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Patellaspitzensyndrom

Patellaspitzensyndrom – Jumper´s Knee

Wenn es  an der Patellasehne schmerzt

Der vierköpfige Oberschenkelmuskel  (Quadriceps) strahlt über die Quadricepssehne in die Kniescheibe (Patella) ein, welche wie eine Umlenkrolle fungiert und die Muskelkraft über die Patellasehne an den Unterschenkel überträgt. Spannt sich der Quadriceps an, wird der Unterschenkel nach vorne gezogen und das Bein streckt sich.

Hierbei entstehen hohe Zugkräfte auf die Sehne und zugleich ein hoher Druck zwischen der Kniescheibenrückfläche und der zugehörigen Gleitrinne am Oberschenkelknochen (Kniescheibengelenk).

Gerade bei sportlich aktiven Jugendlichen kann es im Rahmen des Wachstums zu Überlastungen der Sehne kommen. Sprungsportarten wie Leichtathletik, Volleyball, Basketball (daher Jumper´s knee), aber auch generell andere Stop an go Sportarten wie Fussball, Handball, Tennis sind überproportional betroffen. Durch die wiederholte Überlastung entstehen Mikrorisse im Sehnengewebe, welche mit einer narbigen Verdickung ausheilen, es spriessen Schmerznervenfasern und Blutgefässe in die erkrankte Sehne ein und es können sich Knochensporne (knöcherne Ausziehungen) am Sehnenansatz der Kniescheibe ausbilden, welche zusätzlich beim Beugen in die Sehne drücken.

Nicht selten besteht zudem eine mehr oder wenig stark ausgebildete Fehlstellung zwischen Kniescheibe und Kniegelenk (z.B.: Hochstand der Kniescheibe, seitliche Verkippung im Gleitlager), wodurch die Zug- und Drucküberlastung gefördert wird.

Leider gilt, dass Patientinnen und Patienten ein Patellaspitzensyndrom häufig nie mehr ganz loswerden und die Erkrankung oft im Erwachsenenalter fortbesteht.

Es treten gut lokalisierbare Schmerzen am Unterrand der Kniescheibe auf.

Eine Einteilung in drei Schweregrade hat sich durchgesetzt:

Stadium 1: Schmerzen nur am Ende der sportlichen Belastung, nicht in Ruhe.

Stadium 2: Schmerzen beim warm up, welche nach der Aufwärmphase verschwinden und nach Sportende wieder auftreten und eine gewisse Zeit (Stunden bis Tage) nach der Belastung fortdauern, bis sich die Sehne wieder beruhigt hat.

Stadium 3: Dauerschmerzen. Sport ist nur noch mit Schmerzen möglich. Auch nach einer mehrtägigen Sportpause persistieren Ruheschmerzen. Die sportliche Aktivität muss im Verlauf zumeist aufgegeben werden. Häufig finden sich in Stadium 3 bereits schon Teileinrisse in der Patellarsehne. Aus dem Stadium 3 kann selten ein vollständiger Sehnenriss entstehen.

Differentialdiagnosen können die kinderorthopädischen Erkrankungen an den Knochenkernen (Apophysitiden im Kinder und Jugendalter), der vordere Knieschmerz mit seinen Unterteilungen, Knorpelschäden hi nter der Kniescheibe, Schleimbeutelentzündungen und postoperative Nervenschmerzen sein.

Therapeutisch kommen zunächst konservative Massnahmen zur Anwendung:

- Dehnen der verkürzten vorderen und hinteren Oberschenkelmuskulatur

 - Einlagen, Bandagen und Kniesiotapes, um Fehlstellungen der Becken-/Beinachse zu verbessern und um Beinlängenunterschiede auszugleichen

- physiotherapeutische und osteopathische Behandlungen zur  Behebung von Beckenfehstellungen, Kräftigung der Becken- und Rumpfmuskulatur

-Exzentrisches Muskelkräftigungstraining des Quadriceps mit Eisanwendungen

- Physikalische Massnahmen zur Anregung der Sehnenheilung und Schmerzreduktion (Stosswelle, Ultraschall, Laser)

- Ultraschallgesteuerte Infiltrationsbehandlungen an den Sehnenansatz (z.B. mit ACP)

Im Stadium 3 genügen die oben aufgelisteten Massnahmen häufig nicht und es bedarf operativer Verfahren, wobei sich in den letzten Jahren zunehmend die arthroskopische Entfernung von intraartikulärem Entzündungs- und Narbengewebegewebe am Sehnenansatz durchgesetzt hat. Störende Knochenspornbildungen an der Patellaspitze, welche von unten in die Sehne drücken, müssen bei dieser Operation mit entfernt werden.  Im Einzelfall muss dieser Eingriff mit operativen Massnahmen zur Verbesserung der Stellung und des Gleitverhaltens der Patellarsehne im Gelenk kombiniert werden.

Postoperativ ist eine ein- bis zweiwöchige Gehstockentlastung (Teilbelastung) erforderlich mit einer anschliessenden physiotherapeutischen Rehabilitation. Die Arbeitsunfähigkeit für Bürotätigkeiten beträgt zumeist 2-4 Wochen (Achtung: Weg zur Arbeit mit einkalkulieren!). Mit einer Rückkehr zu leichtem Sport oder in körperlich belastende Berufe kann zumeist nach 6 Wochen gerechnet werden. Die Rehabilitation für Sprung- und Stop and go Sportarten nimmt mehrere Monate in Anspruch.

In der Klinik Impuls sind wir auf die Behandlung von Patellasehnenerkrankungen spezialisiert und können zusammen mit unserer Osteopathie und Physiotherapie  das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Versorgung anbieten.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen zum Jumper´s knee haben.

 

 

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