Sportliche Aktivität bewirkt diverse Anpassungsmechanismen im menschlichen Körper. Neben dem Muskelgewebe passen sich auch Sehnen mit der Zeit an die erhöhten Belastungen an. Durch Fehlbelastungen (z.B. falsches Schuhwerk, falsche Lauftechnik, erworbene oder angeborene Achsfehlstellungen) oder Überlastungen (z.B. zu hohe Trainingsintensität, zu schnelle Steigerung der Trainingsbelastung) kann es zu Verschleissprozessen (Degeneration) in Sehnen kommen. Gelegentlich verursachen diese Schmerzen, teilweise bleiben solche Degenerationsprozesse aber auch längere Zeit asymptomatisch, obwohl die Widerstandskraft des Sehnengewebes bereits geschwächt ist. Kommt es in einer solchen Situation zu einer akuten Überbelastung (z.B. Fehltritt im Sport), kann die Achillessehne reissen. Der Riss wird oft wie ein Peitschenhieb in die Achillessehne wahrgenommen und verursacht Schmerzen, Schwellung und einen Bluterguss.

Abbildung eines typischen Achillessehnen-Risses
Als betroffener Patient sollten Sie sich dann umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Zunächst wird in einer klinischen Untersuchung und mittels Ultraschall die Diagnose gesichert. Der Unterschenkel sollte gekühlt und hochgelagert werden, sowie mit einer Schiene ruhiggestellt werden.
Es besteht selten eine Notwendigkeit sich umgehend an Ort und Stelle operieren zu lassen. Eine sofortige Operation bringt kaum Vorteile im Vergleich zu einer Operation innerhalb der ersten Tage nach dem Unfallereignis. Im Gegenteil sollte sich gerade der Sportler zunächst zeitnah bei seinem spezialisierten Sportorthopäden vorstellen. Dieser wird dann zusammen mit seinem Patienten die weitere Versorgung planen und entscheiden, ob und vor allem wie operiert werden sollte.
Neben der konservativen Therapie in Spitzfussstellung kommen perkutane (kleinste Hautschnitte) oder offene Operationstechniken in Frage.
Wir verwenden bei Leistungssportlern zumeist eine spezielle offene Operationstechnik (Multibündeltechnik), die in Kombination mit einer individualisierten Nachbehandlung die Wiederherstellung der vollen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Achillessehne zum Ziel hat. Viele herkömmliche Operationsmethoden führen zu einer Verlängerung der Achillessehne. Die Sehne kann dann die Kraft des Muskels nicht mehr effizient übertragen, was zu einem spürbaren Kraftverlust führen kann. Durch die Multibündeltechnik kann die ideale Länge und damit auch Kraftübertragung der Achillessehne in den meisten Fällen wiederhergestellt werden.
In Einzelfällen kann es sinnvoll sein die Naht der gerissenen Achillessehne mit einem Sehnentransfer oder der Entfernung einer vorbestehenden Haglundferse zu kombinieren.
Die Nachbehandlung erfolgt mit einem Achillessehnen Vacoped im Spitzfuss, wodurch eine frühfunktionelle Therapie mit baldiger Vollbelastung möglich ist.
Wenden Sie sich an die Praxis für Orthopädie, wenn Sie Fragen rund um Verletzungen der Achillessehne haben.
In Notfällen (z.B. bei akuten Rupturen) bieten wir Ihnen umgehende Termine und bei Bedarf unsere spezialisierte zeitnahe operative Versorgung an.
Die Achillessehne ist oft schon vor dem Riss geschwächt
Einem Achillessehnenriss gehen häufig schleichende degenerative Veränderungen voraus. Diese können lange unbemerkt bleiben und müssen vor dem Riss keine deutlichen Beschwerden verursachen. Durch die Vorschädigung ist die Widerstandskraft der Sehne jedoch bereits reduziert. Eine akute Über- oder Fehlbelastung kann dann ausreichen, damit die Achillessehne reisst.
Teilweise ist Gehen trotz einer Achillessehnenruptur noch möglich. Die normale Funktion ist jedoch beeinträchtigt, insbesondere das kraftvolle Abstossen über den Vorfuss oder der Zehenstand. Dass man noch auftreten kann, schliesst einen Achillessehnenriss deshalb nicht aus.
Die Rehabilitation dauert mehrere Monate. Wann die Belastung gesteigert werden kann, hängt vom Heilungsverlauf und der gewählten Behandlung ab. Die Rückkehr zu höheren sportlichen Belastungen erfolgt schrittweise und deutlich später als die Wiederaufnahme normaler Alltagsbelastungen.
Das hängt von Sportart, Heilungsverlauf, Kraft und Funktion der betroffenen Seite ab. Lauf-, Sprung- und Stop-and-go-Sportarten stellen hohe Anforderungen an die Achillessehne und sollten erst nach ausreichender Rehabilitation wieder aufgenommen werden.
Ein erneuter Riss ist grundsätzlich möglich. Deshalb wird die Belastung während der Rehabilitation kontrolliert gesteigert. Entscheidend ist, die Sehne nicht zu früh hohen Zug- und Spitzenbelastungen auszusetzen.
Das Risiko lässt sich nicht vollständig ausschliessen. Klinik Impuls empfiehlt ein gutes Aufwärmen, eine saubere Technik und eine langsame Steigerung der Trainingsbelastung. Beschwerden an einer Sehne sollten ernst genommen werden, da sie auf degenerative Veränderungen hinweisen können.