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Arthrosen an Fuss & Sprunggelenk

Wenn der Gelenkknorpel verschleisst

Auch Sprunggelenk und Fussgelenke können im Laufe des Lebens von Arthrose (Gelenkverschleiss) betroffen werden. Arthrose bedeutet allgemein, dass der Gelenkknorpel durch chronische Fehlbelastung verschleisst. Dadurch verliert der Gelenkknorpel seine Funktion, die Beweglichkeit der Knochen gegeneinander reibungslos zu ermöglichen und Druck und Stösse abzudämpfen. Zunächst wird die Knorpeloberfläche rau, platzt mit der Zeit auf und wird brüchig. Es kommt immer wieder vor, dass kleinste Knorpelpartikel abgeschmirgelt werden. Dies führt dann zu Entzündungen im Gelenk und die Gelenkschleimhaut wird aktiv und bildet einen arthrosebedingten Erguss im Gelenk. Die Folge: Gelenkschmerzen bei Bewegung, Gelenkschwellungen und in fortgeschrittenen Stadien Ruheschmerzen!

Auch Unfälle mit Gelenkverrenkungen oder Knochenbrüchen mit Gelenkstufen können Arthrose auslösen.

Am oberen Sprunggelenk ist der Gelenkknorpel eigentlich relativ widerstandsfähig. Ein Grund, warum Arthrose am oberen Sprunggelenk seltener vorkommt als Arthrosen an Hüfte und Knie. Und das obwohl der Knorpel am Sprunggelenk mehr Gewicht tragen muss als der Knorpel an anderen Gelenken.

An Fuss und Sprunggelenk existieren neben dem oberen Sprunggelenk viele weitere Gelenke, welche von Gelenkverschleiss (Arthrose) betroffen sein können (unteres Sprunggelenk, Fusswurzelgelenke, Mittelfussgelenke, Zehengelenke).

Arthrose am oberen Sprunggelenk

Arthrose kann lange unbemerkt bleiben

Arthrose verläuft anfänglich in Schüben. Eine lange Bergwanderung, ungewohnte Belastungen im Alltag (z.B. Zügeln), aber auch kleine Unfälle (Distorsionen, Prellungen) können der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und plötzlich wird eine bisher unbemerkte Arthrose schmerzhaft. Manchmal findet sich aber auch kein ersichtlicher Grund, warum ein Gelenk am Fuss plötzlich anfängt zu schmerzen. Die Arthrose-Entwicklung beginnt jedoch viele Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome. Gelenkknorpel selbst ist nämlich schmerzunempfindlich und ein Gelenkknorpelabrieb fängt erst an weh zu tun, wenn die Gelenkschleimhaut und der unter dem Knorpel liegende Knochen von der Arthrose mitbetroffen sind.

Konservative Therapie

Hat sich die Arthrose eingestellt gilt es Überlastungen von Sprunggelenk und Fuss möglichst zu vermeiden und dem Gelenk Zeit zu geben, bis der Arthrose Schub vorüber ist. Lokal antientzündliche Salben und Schmerztabletten (aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen, Diclofenac, Mefenacid, Acemetacin etc.) können helfen die Entzündung im Gelenk zurückzufahren.

Die zusätzliche Einnahme von Knorpelmedikamenten (Chondroitinsulfat) und knorpelregenerativen Nahrungsergänzungsmitteln (Glucosamin, Kollagenpulver, UC-II) kann versucht werden.

Ebenso kommen entzündungshemmende Therapieformen in der Physiotherapie zur Anwendung.

Ein sehr wichtiger Bestandteil der konservativen Therapie sind Einlagen und orthopädietechnische Schuhzurichtungen oder Therapieschuhe. Ziel dieser Massnahmen ist es, den Abrollvorgang des Fusses beim Laufen und Gehen zu unterstützen und Überbelastungen der betroffenen Gelenke zu reduzieren.

In fortgeschrittenen Stadien, wo durch die oben dargestellten Massnahmen keine ausreichende Linderung erzielt werden kann, können Infiltrationen in die betroffenen Gelenke (konservative Arthrosetherapie) eingesetzt werden.

Leider kann das weitere Voranschreiten der Erkrankung im Gelenk durch all diese Massnahmen nicht verhindert, sondern lediglich verlangsamt werden.

Operative Therapie

Im Spätstadium, wenn die konservativen Behandlungen keine ausreichende Besserung mehr bewirken, kann eine Stabilisierung des zerstörten Gelenkes (Arthrodese) zuverlässig den Schmerz ausschalten. Dies ist bei den meisten Fusswurzelgelenken unproblematisch, da die Einzelgelenke am Fuss auch im gesunden Zustand zumeist nur einen sehr kleinen Bewegungsumfang zulassen. Zudem sind schwer von Arthrose befallene Fusswurzelgelenke bereits schon durch die arthrosebedingten knöchernen Anbauten rund um das Gelenk weitgehend eingesteift. Die Arthrodese des betroffenen Gelenkes verändert entsprechend die Beweglichkeit nicht mehr relevant, bringt jedoch die Schmerzen im Gelenk zuverlässig zum Verschwinden, da die zerstörten Gelenkteile nicht mehr gegeneinander reiben. Ausnahmen stellen die Mittelfussgelenke am 4. und 5. Zehenstrahl dar, welche nicht versteift werden sollten, ohnehin aber nur sehr selten von symptomatischen Arthrosen befallen sind.

 

Links: Instabilität der Mittelfussgelenke nach Unfall.
Rechts: Situation nach erfolgreicher Arthrodese.

 

Sehr häufig sind die Mittelfussgelenke des 1.–3. Zehenstrahls befallen. Hier kann weitgehend bedenkenlos eine Arthrodeseoperation angewandt werden. Die kleine Abbildung oben zeigt ein Beispiel wie eine Instabilität mit Arthrose im Mittelfuss erfolgreich mittels Arthrodese behandelt werden kann.

Am Rückfuss führt eine Stabilisierungsoperation (Arthrodese) zwar durchaus zu einer gewissen Einschränkung der Beweglichkeit, ist häufig aber alternativlos und für betroffene Patienten segensreich.

Hierbei ist zu beachten, dass für die kleinen Fusswurzelgelenke aktuell noch keine Kunstgelenke verfügbar sind (Ausnahme Cartiva am Grosszehengrundgelenk und den Mittelfuss-Zehengelenken) und knorpelrekonstruktive Verfahren an der Fusswurzel (noch) nicht ausreichend zuverlässig funktionieren und somit aktuell noch keine echte Alternative zur Arthrodese darstellen.

Gelenkerhalt oder künstliches Sprunggelenk

Die von Hüft- und Kniegelenk bekannten Kunstgelenke (Prothesen) können lediglich am oberen Sprunggelenk (OSG) angewandt werden. Am OSG stehen ähnlich wie am Knie alle Möglichkeiten der modernen gelenkerhaltenden Chirurgie zur Verfügung. Nach ausführlicher Analyse der Fehlstellung mit Röntgen, 3D Volumentomographie und bei Bedarf zusätzlichem MRT kann durch achskorrigierende Massnahmen die Fehlbelastung umgelenkt werden und durch knorpelrekonstruktive Massnahmen der Knorpelschaden teilweise repariert werden.

Nicht immer sind derartige gelenkerhaltende Verfahren möglich. In diesen Situationen muss im Einzelfall abgewogen werden, ob Sie ein geeigneter Kandidat für eine Sprunggelenks-Prothese sind oder ob eine Arthrodese des oberen Sprunggelenkes in Ihrem Fall die sichere und bessere Variante ist. Die Entscheidung zur Operation muss individuell abgewogen werden, da Komplikationen bei Arthrodese Operationen, gelenkerhaltenden Operationen und Sprunggelenks-Prothesen in bis zu 10% der Fälle vorkommen.

Das mit Schrauben, Klammern und Platten stabilisierte Gelenk heilt gelegentlich nicht fest genug aus und der frühere Gelenkspalt wird nicht wie vorgesehen von Knochen durchbaut, sondern lediglich von Bindegewebe aufgefüllt. In einer solchen Situation können Schmerzen verbleiben, die eingebrachten Schrauben und Platten können lockern oder brechen, so dass nachoperiert werden muss. Diese Komplikation tritt häufiger bei stark übergewichtigen Patienten, Alkoholikern, Rauchern, Diabetikern und Patienten mit schlechter Knochenqualität auf. Infekte können wie bei allen Operationen auftreten.

Ein mögliches Problem bei den Sprunggelenks-Prothesen sind frühzeitige Lockerungen. Erfreulicherweise haben sich die Standzeiten der Kunstgelenke am Sprunggelenk durch die kontinuierliche Verbesserung der Implantate deutlich verlängert. Die von uns verwendete hochmoderne Sprunggelenksprothese lässt ähnlich gute Ergebnisse wie bei Hüft- oder Knieprothesen erwarten, was den Einsatz auch bei jüngeren Patienten als Alternative zur Versteifung rechtfertigt.

Voraussetzung für den langfristig erfolgreichen Einbau eines künstlichen Sprunggelenks sind korrigierte Beinachsen, ein stabiler Bandapparat am Sprunggelenk und gesunde Haut- und Weichteilverhältnisse, da ein künstliches Sprunggelenk weniger ungünstige Begleitfaktoren verzeiht als z.B. ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Das ist der Grund, weshalb wir beim Einbau eines künstlichen Sprunggelenkes in beinahe der Hälfte der Fälle Zusatzoperationen zur Verbesserung der Fuss-Stellung oder zur Stabilisierung der Bänder durchführen müssen.

Abbildung eines künstlichen Sprunggelenkes

Nachbehandlung nach der Operation

Postoperativ muss das stabilisierte oder sonstig operierte Gelenk immer für mehrere Wochen ruhig gestellt werden, bis der Knochen fest durchbaut ist, sich ein suffizienter Narbenknorpel gebildet hat oder die Prothese sicher eingeheilt ist. Zumeist kommt ein Vacoped oder Vacopedes zum Einsatz, der 6–12 Wochen konsequent getragen werden muss. Zur Mobilisation mit Teilbelastung werden Gehstöcke eingesetzt. Sollten Sie als Patientin/Patient nicht in der Lage sein die Teilbelastung sicher einzuhalten, kann ein Mietrollstuhl für die ersten Wochen nach der Operation verordnet werden. Auch gibt es sogenannte Unterschenkelentlastungsroller (oder auch Scooter), welche zum Einsatz kommen können. Die Kosten für diese orthopädischen Hilfsmittel werden nicht regelhaft von der Krankenversicherung übernommen.

Bedenken Sie, dass viele Dinge des alltäglichen Lebens die ersten Wochen nach der Operation nicht möglich sein werden und Sie im Alltag (Haushaltsführung, Kochen, etc.), teilweise aber auch in der Körperpflege auf Hilfe angewiesen sein werden.

Die Arbeitsunfähigkeit (AUF) nach derartigen Operationen hängt von vielen Faktoren wie Arbeitsschwere, Schuhwerk in der Arbeit, Arbeitsweg etc. ab. Bürotätigkeiten können eventuell nach wenigen Wochen wieder aufgenommen werden, bei schweren körperlichen Arbeiten oder vorwiegend stehenden Berufen resultiert immer eine mehrmonatige AUF.

Immerhin gibt es heutzutage gute Therapiemöglichkeiten bei Arthrosen an Sprunggelenk und Fuss.

Fragen Sie uns, wenn Sie an einer Arthrose an Sprunggelenk und Fuss leiden. In der Klinik Impuls bieten wir das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Therapie an.

Was beobachten wir häufig?

Bestimmte Gelenke sind besonders häufig betroffen

Arthrose kann an verschiedenen Gelenken von Fuss und Sprunggelenk auftreten. In unserer Praxis behandeln wir besonders häufig Patientinnen und Patienten mit Arthrose am Grosszehengrundgelenk, im Mittelfuss sowie am oberen und unteren Sprunggelenk. An den Mittelfussgelenken sind dabei sehr häufig die Gelenke des 1.–3. Zehenstrahls betroffen.

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Kontaktieren Sie uns direkt per Telefon oder Email. Gerne vereinbaren wir einen Termin für Sie bei unseren Spezialisten.
FAQ

Fragen und Antworten zum Thema
Arthrosen an Fuss & Sprunggelenk

  • Wie wird eine Arthrose an Fuss oder Sprunggelenk diagnostiziert?

    Neben der klinischen Untersuchung spielen bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle. Röntgenaufnahmen können typische Veränderungen des Gelenks zeigen. Je nach Fragestellung können weitere Untersuchungen wie eine 3D-Volumentomographie oder ein MRT sinnvoll sein, um Knochen, Knorpel und weitere Strukturen genauer zu beurteilen.

  • Darf man mit Arthrose im Fuss oder Sprunggelenk noch Sport treiben?

    Grundsätzlich ist Bewegung auch bei Arthrose möglich. Welche Belastungen geeignet sind, hängt jedoch vom betroffenen Gelenk, dem Stadium der Arthrose und den Beschwerden ab. Gelenkschonende Aktivitäten wie Velofahren oder Schwimmen belasten Fuss und Sprunggelenk meist weniger stark als Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, Sprüngen oder hoher Stossbelastung.

  • Welche Schuhe eignen sich bei Arthrose an Fuss oder Sprunggelenk?

    Gut passende und stabile Schuhe können das Gehen erleichtern. Je nach betroffenem Gelenk können eine geeignete Dämpfung, eine angepasste Sohle oder eine Abrollhilfe sinnvoll sein. Welche Schuhversorgung geeignet ist, hängt von der Lage der Arthrose und der individuellen Fussform ab.

  • Kann man einer Arthrose am Sprunggelenk vorbeugen?

    Nicht jede Arthrose lässt sich verhindern. Verletzungen des Sprunggelenks und eine anhaltende Instabilität können jedoch das Risiko für eine spätere Arthrose erhöhen. Eine konsequente Behandlung von Verletzungen und Instabilitäten ist deshalb auch im Hinblick auf mögliche langfristige Gelenkschäden wichtig.

Fussform und Fehlstellungen

Behandelnde Ärzte

Rolf Luginbühl
Facharzt Orthopädie und Traumatologie FMH