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SLAP-Läsion

Unter SLAP-Läsion versteht man eine Verletzung der Verankerung der langen Bicepssehne am Oberrand der Gelenkpfanne. Die Gelenkpfanne ist umgeben von einer Gelenklippe, die den Oberarmkopf besser in der relativ flachen Pfanne stabilisiert. Am Oberrand strahlt die lange Bicpesehne in das Labrum und an den Knochen ein. Diese Abkürzung bedeutet im englischen Sprachraum: «lesion of the superior labrum from anterior to posterior», was so viel heisst wie: Verletzung der Gelenklippe inkl. langer Bicepssehne von vorne bis hinten. Hierbei sind verschiedene Verletzungsarten des Abrissmusters beschrieben, von einem einfachen Einriss bis zur kompletten Ablösung der Sehne inkl. Labrumverletzung.

Wie entsteht eine SLAP-Läsion?

Unfälle:

Auftreten kann diese Verletzung z.B. durch ein abruptes Unfallereignis mit unerwartetem Zug auf die vorgespannte lange Bicepssehne. Ein Beispiel für diese Entstehung wäre das reflexartige Auffangen eines schweren Gegenstandes mit akuter Gegenreaktion des Armes. Bei einem derartigen Unfallmechanismus entsteht ein starker Zug auf die Bizepssehne im Gelenk und es kann zu einer Ablösung der Sehne aus Ihrer Verankerung an der Gelenkpfanne kommen. Ein anderer Unfallmechanismus wäre z.B. ein  Sturz auf den gerade ausgestreckten Arm, wobei es zu einem Einklemmen der Sehnenansatzregion kommen kann, wenn der Oberarmkopf während des Unfalls nach oben an den Schulterdachknochen gepresst wird und hebelartig nach unten die Sehnenansatzregion abschert.

Verschleiss und Abnützung:

Auch bei Tätigkeiten wie Wurfsportarten (Baseball, Handball etc.) oder Tennis können SLAP-Läsionen als repetitive Stressreaktionen auftreten, wobei die Verankerung der Sehne chronisch überlastet wird und Mikrotraumatisierungen entstehen. Bei entsprechenden Belastungen entwickelt sich sukzessive eine schmerzhafte Situation.

Wie äussert sich eine SLAP-Läsion?

Die Beschwerden werden als einschiessende Sensationen in der vorderen Schulterregion beschrieben, v. a. bei Haltebewegungen sowie Drehbewegungen, allenfalls Kraftverlust, mit gelegentlichen Austrahlungen der Schmerzen entlang dem Bicepsmuskel.

Wie wird eine SLAP-Läsion diagnostiziert?

Es existieren keine vollständig sicheren klinischen Tests. Dennoch ergeben Anamnese (Unfallmechanismus, Sport) und die klinische Untersuchung häufig hinreichende Verdachtsmomente, um eine SLAP-Läsion zu vermuten. Ergänzende bildgebende Massnahmen sind zur Diagnosesicherung allerdings erforderlich, wobei die sichere Diagnose einer SLAP-Läsion selbst im MRT nicht immer gelingt. Früher wurde diese Verletzung häufig sogar im MRI übersehen und es wurden falsche Befunde erhoben, da der Sehnenanker in Ruhe statisch am richtigen Ort liegt und eine bewegungsabhängige Dislokation im MRI nicht erfasst werden kann. Dank Applikation von Kontrastmittel, welches die eingerissenen Sehnenasatzregion umspült, kann die Aussagekraft des MRI’s gesteigert werden. Definitiv lässt sich die Stabilität der Sehnenansatzregion jedoch am besten mit der Schulterarthroskopie nachweisen, da man dabei mit einem Tasthaken an der Bicepssehnenverankerung zieht und somit eine vorhandene Instabilität bestätigen kann.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung erfolgt initial konservativ mit Schmerztherapie, unterstützt durch eine physiotherapeutische Stabilisierungstherapie der Schultermuskulatur.

Dies reicht jedoch nicht immer, die Beschwerden längerfristig zu beheben, sodass dann ein operatives Vorgehen umgesetzt werden muss.

Dabei wird die Bicepssehne mitsamt der abgelösten Gelenklippe (Laburm) im Rahmen einer minimalinvasiven arthroskopischen Operation mittels Anker und Fadenmaterial an ihre Ursprungsort an der knöchernen Gelenkpfanne refixiert, indem Anker in den Knochen eingebracht werden und  Bicepssehne und Labrum mittels Fäden an den Knochen genäht werden.

Ist die Sehne jedoch weit abgerissen oder in sich verletzt im Sinne von Längsspaltungen bzw. chronischer Verdickung und Entzündung, dann macht eine Fixation am Ursprungsort keinen Sinn. In solchen Situationen wird die Sehne nach Ablösen von der Gelenklippe an der Vorderseite des Oberarmkopfes entweder im Gelenk selbst oder ausserhalb des Gelenks umplatziert und in den Knochen verankert (Bicepssehnen-Tenodese). 

Dieses Umplatzieren hat keine funktionelle Einschränkung zur Folge, wenn die Sehne am neuen Ort fix eingewachsen ist, lässt sich keine Kraftdifferenz zur Gegenseite nachweisen. Bei älteren Patienten erspart man sich gelegentlich diese Refixation der Sehne, dann wird die erkrankte Sehne einfach abgeschnitten, was zur Folge hat, dass der Muskelbauch sich verkürzt, der Muskel Richtung Ellbogen runterrutscht und da zu Liegen kommt. Auch hier lässt sich in Studien nur eine minimale Krafteinbusse nachweisen, da der Biceps ja ein zweiköpfiger Muskel ist, und der 2. Anteil des Muskelbauches die Funktion übernimmt. Klinisch sieht man dann von aussen eine sogenannte Popeye-Muskel-Form (in Anlehnung an die Zeichentrickfigur Popeye), also eine lokale Schwellung in der Mitte des Oberarmes, welche sich aber im Verlauf von 4-6 Monaten auch zurückbilden kann, und somit auch ästhetisch gut toleriert wird.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Operation aus?

Postoperativ ist mit einer Schonung des Armes in einer Schlinge für aktive Bewegungen für 6 Wochen zu rechnen, wobei die Physiotherapie und der Patient durch entsprechende Heimübungen relativ schnell schmerzangepasst den Arm passiv und geführt aktiv-assistiert bewegen darf. Je nach beruflicher Tätigkeit ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von 6-8 Wochen zu rechnen.

 

In der Klinik Impuls sind wir auf die Behandlung von Schulterverletzungen spezialisiert und können Ihnen das gesamte Spektrum der modernen konservativen und operativen Versorgung anbieten.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen rund um das Thema Schulter haben.

In Notfällen (z.B. bei akuten SLAP-Läsionen) bieten wir Ihnen umgehende Termine und bei Bedarf unsere spezialisierte minimal invasive Versorgung an.

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