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Meniskusriss

Diagnose Meniskusriss – wie weiter?

Einleitung

Das Kniegelenk besteht aus drei Gelenkanteilen. 

- Kniescheibengelenk

- inneres und äusseres Femorotibialgelenk

Da das Kniegelenk kein reines Scharniergelenk ist, sondern neben dem Biegen und Strecken auch gewisse Drehbewegungen zulässt, sind die Gelenkpartner nicht ideal formschlüssig. Kompensiert wird dies durch die Menisken, welche einen faserknorpeligen Ring innen und aussen darstellen und die fehlende knöcherne Formschlüssigkeit ausgleichen. Bei den für das Kniegelenk typischen Gleit-Rollbewegungen von Ober- und Unterschenkelknochen gegeneinander bewegen sich die Menisken mit und sorgen dafür, dass das Kniegelenk gut geführt wird. Die Menisken sind entsprechend wichtig für die Funktion des Kniegelenkes und schützen den Gelenkknorpel vor Überlastung. Allerdings unterliegt Meniskusgewebe einem Verschleiss und wird im Lauf des Lebens spröde. Dadurch gehen Elastizität und Widerstandskraft der Menisken mit den Jahren verloren und die teilweise hohen Scherkräfte, welche im Kniegelenk auftreten, können die Menisken schädigen. Bei hochaktiven Sportlern oder schwer kniebelastenden Arbeitstätigkeiten können diese Verschleissprozesse schon bei jungen Erwachsenen auftreten. 

Meniskusrisse können in jedem Lebensalter auftreten, auch bei Kindern und Jugendlichen. Für eine Rissentstehung ist bei einem gesunden, noch nicht von Verschleiss betroffenen Meniskus zumeist ein Unfallereignis mit höherer Energie (z.B. heftige Knieverdrehung, häufig zusammen mit einem Kreuzbandriss) nötig. Ist der Meniskus bereits degenerativ (verschleissbegingt) vorgeschädigt, können auch Bagatellmechanismen (z.B. blosses in die tiefe Hocke gehen) einen Meniskusriss verursachen, ohne dass ein eigentlicher Unfallmechanismus vorlag. Obwohl Meniskusgewebe kaum innerviert ist, bereiten die meisten Risse erhebliche Beschwerden, da das eingerissene Meniskusgewebe bei Bewegung im Knie einklemmt und dadurch ein Zug auf die sehr gut innervierte Gelenkkapsel ausgeübt wird. 

 

Klinik

Betroffene Patienten verspüren oft ein Stechen oder Reissen an der Knieinnen- oder Aussenseite, tlw. werden je nach Lage des Risses im Knie die Beschwerden auch in der Kniekehle oder vorne im Bereich der Kniescheibe verspürt. Im Akutstadium tritt neben Schmerzen oft auch eine Kniegelenksschwellung (Erguss) auf.  Da Meniskusrisse aufgrund ihrer schlechten Durchblutung kaum ausheilen, verbleiben oft langfristig Symptome (Ergussneigung, Schmerzen bei Drehbewegungen, Vermeidung bestimmter Kniebeuge-Belastungen) im Knie zurück, auch wenn sich die akuten Beschwerden nach Wochen und Monaten zumindest tlw. zurückgebildet haben.

 

Diagnostik

In den klinischen Tests, die wir bei unseren Patienten und Patientinnen durchführen, können wir oft bereits schon die Diagnose stellen. Der endgültige Nachweis gelingt mittels MRT.

 

Konservative Therapie

Die natürlichen Heilungschancen eines Meniskusrisses sind sehr begrenzt. Bestimmte Rissformen können mit der Zeit zumindest teilweise vernarben oder bereiten wenig Beschwerden, so dass hier ein konservativer Therapieversuch gerechtfertigt ist (eventuell durch physikalische Therapiemassnahmen/Infiltrationsbehandlungen unterstützt). Andere Rissformen sind dafür bekannt dauerhaft Schmerzen und Beschwerden zu bereiten, so dass Sie sich als Patientin/Patient ständig mit einer Schonhaltung und Vermeidung der schmerzprovozierenden Belastungen arrangieren müssten. Kommt es trotzdem permanent zu Reizergüssen muss nach dem heutigen Stand des medizinischen Wissens davon ausgegangen werden, dass der Gelenkknorpel langfristig durch Entzündungsmediatoren im Gelenkerguss geschädigt wird. Daher muss bei der individuellen Therapieentscheidung abgewogen werden, inwiefern eine konservative Therapie mittel- und langfristig überhaupt Sinn macht (in Abhängigkeit des individuellen Anspruchs an eine einwandfreie Kniefunktion). 

 

Operative Therapie

In den meisten Fällen können Meniskusrisse arthroskopisch (Schlüssellochchirurgie) versorgt werden. Hierbei wird heutzutage nach dem Prinzip „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ nur der eingerissene Teil des Meniskus entfernt, um möglichst viel Restfunktion des Meniskusringes (Puffer, Stoßdämpfer des Kniegelenks) zu belassen. In einigen Fällen ist eine Naht des gerissenen Meniskus möglich und sinnvoll. Meniskusersatzoperationen können bei grossen, nicht rekonstruierbaren Rissen bei jüngeren Patienten in Betracht gezogen werden.

Die Ergebnisse nach arthroskopischer Meniskuschirurgie sind in den meisten Fällen gut bis sehr gut und der Großteil der Patienten profitiert vom Eingriff mit einer deutlichen Verbesserung von Funktion und Schmerz. 

Zu betonen ist ausdrücklich, dass bei Mischbildern aus degenerativen (verschleissbedingten) Meniskusrissen, Knorpelschäden im Knie (Arthrose) und schmerzhaften Knochenmarködemen die Prognose ungünstiger ist und die Ergebnisse nicht so zuverlässig wie bei isolierten Meniskusrissen vorherzusagen sind. Auch scheinen die Ergebnisse alter, länger zurückliegender Meniskusrisse nach arthroskopischer Versorgung tendenziell etwas schlechter auszufallen, möglicherweise aufgrund chronischer Reizungen des Gewebes am Übergang Gelenkkapsel/Meniskus. 

 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt standardisiert. Physiotherapie kann bei Bedarf zusätzlich verordnet werden. Unsere Patienten erhalten ein Nachbehandlungskonzept an die Hand mit dem Ziel, ihre Kniefunktion und Sportfähigkeit wiederherzustellen. Die Nachbehandlung nach Meniskusoperationen im Allgemeinen nimmt einige Wochen in Anspruch.  Für die ersten 1-2 Wochen wird eine Mobilisation an Unterarmgehstöcken empfohlen. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz dauert je nach Arbeitsplatzprofil durchschnittlich 2 Wochen bis 6 Wochen. Sportfähigkeit für Sportarten wie Fitness-Studio, Fahrradfahren oder leichtes Joggen ist meist nach 4 Wochen wieder möglich. Kniebelastende Sportarten und Arbeiten in Zwangshaltung (knieend, in der Hocke) sollten für die ersten 6 Wochen vermieden werden. Bei jungen Patienten mit einfachen Meniskusrissen (ohne Bedarf einer Naht) bei sonst gesunden Kniegelenken kann auch kniebelastender Sport (Fußball, Handball, Rugby, American Football etc.) bereits nach 4 Wochen wieder möglich sein. Allerdings bestehen deutliche individuelle Unterschiede. Liegt bei Ihnen ein symptomatischer Meniskusriss und eine bereits schon beginnende Arthrose -Entwicklung oder sonstige Pathologie im Kniegelenk vor, können sich die Nachbehandlungszeiten erheblich verlängern. In solchen Fällen sind postoperative Infiltrationsbehandlungen mit Hyaluronsäure oder ACP zu erwägen. 

Ganz anders sieht die Nachbehandlung aus, wenn der Meniskusriss mit einer Naht versorgt werden konnte und somit der gesamte Meniskus erhalten werden konnte. In diesen Situationen ist für die ersten 6 Wochen nach der Arthroskopie eine Teilbelastung an Gehstöcken zum Schutz der Meniskusnaht erforderlich. Zudem wird das Knie durch eine Kniegelenksorthese für übermässiger Beugung geschützt, welche einen gefährlichen Zug auf die Meniskusnaht ausüben könnte. Da die Heilung des Meniskusgewebes viele Monate in Anspruch nimmt, dauert es lange bis Sie Ihr Kniegelenk in Alltag und Sport wieder ohne Einschränkung belasten und beugen dürfen. Nach einer Meniskusnaht kann daher einer mehrmonatige Arbeitsunfähigkeit bei kniebelastenden handwerklichen Berufen und eine 6 monatige Sportunfähigkeit für Rotationssportarten (z.B. Fussball, Handball, Ski, Kampfsport) resultieren. Dennoch lohnt sich eine Naht beim jüngeren Patienten wenn immer möglich, da die Stossdämpfer- und Puffer-Funktion des Meniskus erhalten werden kann, was das Knie vor einer vorzeitigen Arthroseentwicklung schützt.

 

In der Klinik Impuls sind wir auf die Behandlung von Kniegelenksverletzungen spezialisiert und können Ihnen das gesamte Spektrum der modernen konservativen und operativen Versorgung anbieten.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen rund um das Thema Knie haben.

In Notfällen (z.B. bei akuten Meniskusrissen, auch beim Kind) bieten wir Ihnen umgehende Termine und bei Bedarf unsere spezialisierte minimal invasive arthroskopische Versorgung an.

 

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