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Trochantersyndrom

Schmerzen an den Sehnen und Schleimbeuteln der Hüfte

Neben Beschwerden im Hüftgelenk selbst, kann es auch rund um die Hüfte zu schmerzhaften Erkrankungen und Verletzungen kommen. Da Arthrose (Gelenkverschleiss) und Impingement (Einklemmsyndrom) des Hüftgelenks die mit Abstand häufigsten Ursachen für Schmerzen an der Hüfte sind, werden die ausserhalb des Gelenkes (extrartikulär) entstehenden Krankheitsbilder nicht selten übersehen. 

Trochantertendinose

Der Teil des Hüfte, den Sie von aussen tasten können, ist der grosse Rollhöcker (Trochanter major). An ihm setzen mehrere kräftige Sehnen an, welche Becken und Oberschenkel gegeneinander stabilisieren. Fallen diese Muskel und Sehnen aus (z.B. durch Lähmungen oder Sehnenrisse) kann das Becken beim Gehen nicht mehr waagerecht gehalten werden, sondern kippt bei der Standphase nach unten weg. Dies  produziert ein typisches hinkendes Gangbild (Trendelenburg Hinken). Ähnlich wie die Rotatorenmanschette der Schulter umschliessen diese Sehnen (sogenannte Hüftabduktoren) den grossen Rollhöcker und müssen beim Gehen enormen Kräften standhalten (mehrere hundert Kilogramm!). Kein Wunder also, dass die Sehnen der Hüftabduktoren im Laufe des Lebens altern, spröde werden und einreissen können. Vollständige Abrisse, wie diese gelegentlich bei der Schulter auftreten können (siehe Rotatorenmanschettenruptur), sind an der Hüfte glücklicherweise selten. Schmerzhafte Sehnen- Verdickungen, -Verkalkungen und -Teileinrisse kommen aber vor. Bestimmte Erkrankungen aus dem entzündlich rheumatischen Formenkreis sind dafür bekannt derartige Sehnenerkrankungen zu verursachen. Besonders wenn beide Seiten betroffen sind, ziehen wir bei Bedarf unsere erfahrenen Rheumatologen hinzu. 

Wichtig für das Verständnis der Entstehung von Sehnenerkrankungen am Trochanter (Trochantertendinose) ist auch der Einbezug des unteren Rückens. Gehäuft tritt diese Form von Hüftbeschwerden bei Patientinnen und Patienten mit Rückenschmerzen auf. Die Theorie dahinter ist, dass sich die Hebelverhältnisse der Hüftabduktoren verschlechtern können, wenn Sie als Patientin/Patient Ihr Becken zur Entlastung von Kreuzschmerzen permanent verkippt halten. Diese unbewusste Schonhaltung kann bedauerlicherweise mit der Zeit zu einer Überlastung der Sehnen am grossen Rollhöcker führen. Bei Frauen tritt die Trochantertendinose wesentlich häufiger auf als bei Männern. Die breitere Beckenform scheint sich hierbei ebenfalls ungünstig auf die Hebelverhältnisse der Hüftabduktoren auszuwirken. 

Bursitis trochanterica

Viel seltener als früher angenommen, kommt es zu echten Entzündungen des grossen Schleimbeutels seitllich hinten am grossen Rollhöcker. Diese Diagnose wurde in der Vergangenheit vermutlich zu häufig gestellt, wie in Ultraschalluntersuchungen nachgewiesen werden kann. Meistens sind die Beschwerden durch eine Unterform der Trochantertendinose verursacht. Bei Rheumatikerinnen und Rheumatikern wird eine echte Bursitis trochanterica etwas häufiger diagnostiziert.

Bursitis iliopectinea

Auch zwischen der kräftigen Hüftbeugersehne (M. iliopsoas) und dem Oberschenkelhals liegt ein Schleimbeutel, welcher sich entzünden kann. Auch diese Diagnose ist selten und tritt gehäuft bei Rheumapatienten auf. 

äusseres Hüftschnappen - 2 Arten (external snapping hip)

In der Sportmedizin relevant sind die beiden Unterformen des äusseren Hüftschnappens. Hierbei rutscht entweder die flächige Sehnenplatte des sogenannten Tractus iliotibialis beim Beugen und Strecken der Hüfte seitlich über den Rollhöcker oder die Sehne des Hüftbeugers (M. iliopoas) rutscht über de Schambeinast oder Oberschenkelhals. Häufig können die Patienten durch aktives Drehen und Bewegen der Hüfte das Schnappen in der Sprechstunde demonstrieren. In beiden Fällen entzünden sich Sehne und das darunterliegende Gleitgewebe und es entstehen Schmerzen. 

 

Diagnose

Die Diagnose stellen wir nach einer ausführlichen Befragung und Untersuchung. Ergänzt werden kann die Diagnostik mit Röntgenbildern, Ultraschall und MRT. 

 

Wie werden diese Krankheitsbilder therapiert?

Alle oben darsgestellen Ursachen von Schmerzen am grossen Rollhöcker oder den Weichteilen rund um das Hüftgelenk werden in erster Linie konservativ therapiert:

- Dehnübungen des Hüftbeugers und der Hüftmuskeln 

- Triggerpunktmassage und/oder dry needling betroffener Muskelanteile

- Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur (Rumpfkrafttraining)

- Kräftigung der Hüftabduktoren

- radiäre Stosswellentherapie

- Infiltrationsbehandlungen mit Cortison oder alternativen Medikamenten (z.B. ACP)

 

Operationen nur in Ausnahmefällen

Die unter Trochantertendinose beschriebenen Sehnenerkrankungen der Hüftabduktoren sprechen zumeist gut auf physiotherapeutische Behandlungsmassen, Stosswellentherapie und bei Bedarf Infiltrationen an. Allerdings kann es gelegentlich länger (Wochen, Monate) dauern, bis sich die Beschwerden nachhaltig gebessert haben. Nur bei kompletten oder hochgradigen Sehnenabrissen kommen operative Massnahmen zur Anwendung, bei denen die Sehnen mit Knochenankern und Fäden wieder an den grossen Rollhöcker zurüchbefestigt werden. Die Nachbehandlung ist langwierig, da bis zur sicheren Einheilung der Sehnen am Knochen in der Regel 3 Monate lang an Gehstöcken entlastet werden muss. Teilweise kommen endoskopische Verfahren zum Einsatz, wenn lediglich narbig entzündetes Sehnenteilgewebe entfernt werden muss.

Die Schleimbeutelentzündungen bessern zumeist durch Infiltrationen bzw. bei Rheumapatientinnen und -patientin nach einer Optimierung der Rheumamedikation. In seltenen Fällen können offene oder endoskopische Schleimbeutelentfernungen durchgeführt werden.

Beim äusseren Hüftschnappen sollte ebenso zunächst ein ausführlicher multimodaler konservativer Behandlungsansatz versucht werden, bevor offene oder endoskopische Sehnenverlängerungsverfahren zur Anwendung kommen. 

Bei bestimmten endoskopischen Operationstechniken arbeiten wir in der Klinik Impuls mit überregionalen Netzwerkpartnern zusammen.

 

Melden Sie sich in unserer Hüftsprechstunde oder in unserer sportmedizinischen Sprechstunde in der Klinik Impuls an, wenn Sie an Beschwerden rund um das Hüftgelenk leiden. Durch unseren interdisziplinären Ansatz mit Rheumatologie, Wirbelsäulenmedizin, Orthopädie, Sportmedizin, Osteopathie und Physiotherapie können wir unseren Patientinnen und Patienten eine individualisierte, massgeschneiderte Diagnostik und Therapie bei allen Formen von Erkrankungen an und rum um das Hüftgelenk anbieten.

 

 

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