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Läuferknie - Tractus iliotibialis Friktions Syndrom

Als Läuferknie wird eine im Sport häufige schmerzhafte Weichteilüberlastung der Kniegelenksaussenseite bezeichnet. Ausgehend von einem Gesäss (M. glutaeus maximus)- und Hüftmuskel (M. tensor fasciae latae; deutsch: Oberschenkelfaszienspanner) ersteckt sich eine Sehnenplatte entlang der Oberschenkelaussenseite bis hin zum Unterschenkel. Diese Sehnenplatte strafft die seitliche Oberschenkelmuskulatur, indem sie die Muskelhülle verstärkt. Rezeptoren in der Sehnenplatte helfen Bewegungen zwischen Hüft- und Kniegelenk zu steuern. Am äusseren Gelenkknorren des Oberschenkelmuskels vorbei strahlt diese Sehnenplatte seitlich der Kniescheibensehne in den Unterschenkelkopf ein, stabilisiert Hüftgelenk und Oberschenkel und reduziert beim Laufen die Biegebeanspruchung des Oberschenkleknochens. Zudem helfen Muskel und Sehnenplatte bei der Endrotation des Kniegelenkes, aber auch der Kniebeugung mit. 

Was passiert beim Läuferknie?

Angenommen wird, dass es durch hunderte- oder tausendemales Hin-und Herscheuern der Sehnenplatte über den äusseren Oberschenkelknorren zu einer ÜBERLASTUNG der Gleitschichten zwischen Sehneplatte und Kniegelenk kommt. Tlw. wird auch eine entzündliche Überlastung der Sehnenplatte am Ansatzareal am Unterschenkelkopf vermutet. 

 

Wie äussern sich die Beschwerden?

Die Schmerzen beim Läuferknie sind sehr stark (messerstichartig). Teilweise können betroffene Sportlerinnen und Sportler die begonnende Laufstrecke, Wanderung oder Velotour schmerzbedingt kaum noch zu Ende führen. Nicht selten klingen die Beschwerden jedoch rasch wieder ab und behandelnde Ärzte oder Physiotherapeuten können in einer Untersuchung wenige Tage nach dem auslösenden Ereignis kaum noch Schwellung und Schmerz ertasten.

 

Wer ist betroffen?

Typischerweise tritt dieses Überlastungssyndrom häufig bei Läufern auf. Bergwanderer können ebenso wiie Velofahrer betroffen sein. Eine O-Beinachse begünstigt die Beschwerden, ebenso falsches Schuhwerk oder inkorrekt eingestellte Klickpedale am Velo.

 

Wie sieht die Diagnostik aus?

Da die akuten Symptome mit zugehöriger Schwellung und Entündung des Gewebes rasch abklingen können, finden sich in Röntgen, Ultraschall und MRT selten eindrückliche Veränderungen. Häufig werden bildgebenede Massnahmen auch nur veranlasst um Differentialdiagnosen (z.B. Riss des Aussenmeniskus) nicht zu verpassen. Wichtig zur richtigen Diagnosefindung ist Ihre Schilderung der Beschwerden zusammen mit einer akribischen Untersuchung. 

 

Wie wird ein Läuferknie behandelt?

Die Therapie ist fast immer konservativ. Eine instrumentelle Lauf- oder Veloanalyse kann helfen falsches Schuhwerk, eine falsche Sattelhöhe oder schlecht eingestellte Klickpedale zu erkennen. Physiotherapeutisch muss die Sehnenplatte (Tractus iliotibialis) gedehnt werden. Muskuläre Triggerpunkte in Tensor fasciae latae können mit Massagetechniken oder dry needling behandelt werden. Auch die Stosswellentherapie kann bei diesem Krankheitsbild versucht werden. Eine ungenügende muskuläre Rumpf- und Hüftstabilität ist mit Muskelkräftigungsübungen aufzutrainieren. Bei akuten Entzündungen in den Gleitschichten unter dem Tractus iliotibialis sind entzündungshemmende Medikamente, Salben und Cremes sowie Cortsion-Infiltrationen (cortisonfreie Alternativen möglich) hilfreich. Der Nutzen von Bandagen und Einlagen ist im Einzelfall zu prüfen. 

 

Wann muss operiert werden?

Operationen sind nur selten erforderlich. Handelt es sich nicht um ein echtes Läuferknie, sondern um ein Problem im Kniegelenk (z.B. Meniskusriss, Knorpelschaden) kann eine Arthroskopie helfen. Nur beim chronischen Läuferknie, wo die Beschwerden trotz intensiver physiotherapeutischer Bemühungen persistieren, kommt eine Operation in Frage, wo je nach Beschwerdeursache knöcherne Ausziehungen am seitlichen Oberschenkelknorren geglättet werden, die Gleitschicht oder eine chronische seitliche Schleimbeutelentzündung entfernt werden oder die Sehnenplatte selbst an einer Stelle oberhalb des Kniegelenkes verlängert und damit gelockert wird. 

 

Weden Sie sich an uns, wenn Sie an einem Läuferknie leiden. Unsere Knie-Spezialsprechstunde und unsere sportmedizinische Abteilung in der Klinik Impuls sind auf Kniebeschwerden bein Sportlern spezialisiert. Durch unseren interdisziplinären Ansatz mit Sportphysiotherapie und Osteopathie bieten wir unseren Patienten das gesamte Spektrum konservativer und operativer Behandlungsmassnahmen bei Knieverletzungen und Kniegelenkserkrankungen an. 

 

 

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