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Knorpeläsionen

Einleitung

Das Kniegelenk muss viel Belastung aushalten. Indem das Kniegelenk kein reines Scharniergelenk ist, welches nur beugen und strecken kann, sondern auch Drehbewegungen zulässt, wird der Knorpel am Kniegelenk stärker belastet als Knorpel an anderen Gelenken. Daher ist der Gelenkknorpel am Knie besonders dick, hinter der Kniescheibe sogar mehrere Milimeter. Die Natur hat also vorgesorgt. Nur leider hält der Gelenkknorpel gerade am Knie selten ein ganzes Menschenleben lang. Durch übermässige Belastung, Sport und Unfälle (Gelenkbruch, Kreuzbandriss, Meniskusriss) bilden sich oft bereits im mittleren Lebensalter Knorpelschäden im Knie. Ein einmal vorliegender Knorpelschaden heilt von alleine nicht mehr zu. 

Knorpelläsionen am Knie, bei welchen über operative knorpelrekonstruktive Verfahren nachgedacht werden kann, unterscheiden sich grundlegend von generellem Knorpelverschleiss im Kniegelenk (Arthrose). Ist der Knorpel im Kniegelenk grossflächig und an verschiedenen Arealen alters- oder verschleissbedingt defekt, kommen operative Verfahren zur Knorpelrekonstruktion nicht mehr in Frage.

Kann der Körper Knorpelschäden nicht von alleine heilen? 

Gelegentlich schafft es der Körper zumindest eine gewisse Narbenknorpelheilung im Defektareal zu bewirken.  Medikamentös und durch Infiltrationen kann diese Narbenheilung etwas unterstützt werden (siehe hierzu konservative Arthrosetherapie).

Häufig bleiben die Knorpeldefekte jedoch bestehen. Solange der Knorpeldefekt klein ist und der umgebende Knorpel gesund, bleibt der Knorpelschaden gelegentlich unbemerkt oder das Knie bildet lediglich hin und wieder einen Gelenkerguss aus.

Spätestens sobald der unter dem Knorpel befindliche Knochen angegriffen wird, beginnt der Knorpelschaden zu schmerzen. Durch die Gelenkschmiere und den Gelenkdruck können sich kleine Aushöhlungen im Knochen bilden oder ein schmerzhaftes Knochenödem.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wann braucht es eine Operation?

Knorpelschäden werden mit der Zeit meistens grösser. Die instabilen Ränder fransen aus, lappenartige Defekte im Knorpel können weiter einreissen. 

Arthroskopische Knorpelglättung

Durch eine arthroskopische Operation kann in derartigen Situationen der Gelenkknorpel von partiell freien, abrissbedrohten Anteilen geglättet werden, um ein weiteres Einreissen zu verhindern. Diese Technik kommt zumeist dann zum Einsatz, wenn im Rahmen einer arthroskopischen Operation an Menisken und Kreuzbändern intraoperativ instabile Knorpelschäden festgestellt werden.

Pridie-Bohrung

Sollten bereits schon symptomatische tiefgreifende Knorpelläsionen vorliegen, werden die instabilen Knorpelränder geglättet, der freiliegende Knochen wird gereinigt und angebohrt (Pridie- oder Steadman-Bohrung). Bei dieser Technik kommt es zum Austreten von Knochenmarkstammzellen und es bildet sich durch die Gerinnung eine Art Blutkuchen im Defektareal. Im Idealfall reifen die Stammzellen im Blutkuchen zu Knorpelzellen heran und es etwickelt sich ein narbiger Ersatzknorpel, welcher den Defekt verschliesst. Die Qualität dieses Ersatzknorpels ist individuell sehr unterschiedlich und tendenziell besser je jünger der Patient ist. 

AMIC Verfahren

Alternativ kann der Defekt nach Pridieborhung auch mit einer speziellen Matrix gedeckt werden, welche mit einem biologischen Fibrinkleber fixiert wird. Mit dieser Technik soll die Ausreifung des Blutkuchens verbessert werden.  

Autologe Knorpelzelltransplantation

Bei grösseren Defekten besteht die Möglichkeit der Knorpelzelltransplantation. Hierfür muss jedoch in einer ersten Operation zunächst Knorpelgewebe über Mini-Stanzzylinder (die Entnahme dieser Zylinder stellt kein relevantes Problem für das Knie dar!) aus dem betroffenen Knie entnommen werden. Das entnommene Knorpelgewebe muss dann in einem aufwendigen und teuren Verfahren in externen Labors während 3-4 Wochen aufgezüchtet werden. Die herangewachsenen Knorpelzellen werden anschliessend in einer zweiten Operation zusammen mit einem biologischen Fibrinkleber in den Defekt eingebracht, damit sich gesundes, neues Knorpelgewebe bilden kann. Auch kann in speziellen Fällen geprüft werden, ob die Knorpelzellen zusammen mit einer Knorpelmatrix eingebracht werden.

Allerdings konnten für dieses kostenintensive Verfahren der Knorpelzelltransplantation in wissenschaftlichen Studien nur bei grösseren Knorpelschäden Vorteile gegenüber der kostengünstigen oben dargestellten Pridie-Bohrung nachgewiesen werden, weshalb die Kostenübernahme durch die Unfall- und Krankenversicherer nur in begründeten Einzelfällen genehmigt wird.   

 

Wie wird nach einer Knorpeloperation am Knie nachbehandelt?

Der sich bildende Blutkuchen im Defekt, aber auch mittels Matrix oder Knorpeltransplantation aufgefüllten Defekte sind anfänglich sehr instabil und würden durch Druckbelastung beim Gehen geschädigt. Daher muss für die ersten 6 Wochen bis zur Einheilung konsequent an Gehtsöcken entlastet werden (maximal Sohlenkontakt). Damit das Kniegelenk während dieser Zeit nicht einsteift, wird eine passive oder assistiert aktive Kniegelenksmobilisation mit einer Bewegungsschiene durchgeführt. Studien konnten zeigen, dass auch der heranwachsende Ersatzknorpel in seiner Ausreifung von einer schonenden belastungsarmen Kniegelenksbewegung profitiert. 

Erst nach 6 Wochen wird das Kniegelenk etappenweise aufbelastet und Kraftübungen in der Physiotherapie können begonnen werden.

 

Wie lange falle ich nach einem Knorpeleingriff am Knie in der Arbeit aus?

Aus den obigen Erläuterungen ergibt sich eine  mehrmonatige  Arbeitsunfähigkeit in körperlich belastenden und stehenden Berufen. Einfache Bürotätigkeiten sind unter Umständen nach 4-6 Wochen wieder möglich, wobei auch der Arbeitsweg ein limitierender Faktor sein kann. 

 

Unsere Knieexperten in der Klinik Impuls beraten Sie gerne, wenn bei Ihnen Knorpelschäden im Knie bestehen und können Ihnen operative Behandlungsmöglichkeiten anbieten.  

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