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Erworbener Plattfuss

Der erworbene Knick-Plattfuss des Erwachsenen

Eine häufige schmerzhafte Fuss-Fehlstellung ist der Knick-Plattfuss. Bei betroffenen Patienten wurde häufig bereits schon in der Kindheit ein Plattfuss diagnostiziert, es gibt aber auch Fälle, bei denen sich der Knick-Plattfuss erst im Lauf des Lebens aus einem ursprünglich normalen Fuss entwickelt. Beim Plattfuss handelt sich um eine Fussform, bei der das Längsgewölbe des Fusses untypisch flach ist. Zumeist ist die Fehlstellung mit einem Einsinken oder auch Einknicken des Innenknöchels vergesellschaftet (Knickfuss) und wird dann als Knick-Plattfuss (med. pes plano valgus) bezeichnet.

Durch die Fehlstellung kommt es auf der Fussinnenseite zu einer schmerzhaften Überdehnung der Gelenkkapseln und der Sehnen und auf der Aussenseite häufig zu einem Einklemmen der Strukturen. Zusätzlich kommt es in den meisten Fällen auch zu einem Abweichen des Vorfusses nach aussen und nicht selten auch zu einer Hallux valgus Fehlstellung. Entsprechend erschwert wird die Schuhversorgung, da sich Druckstellen am Fuss ausbilden können.

Die Entwicklung von einem schmerzlosen kindlichen Plattfuss oder einem Normalfuss zu einem schmerzhaften Knick-Plattfuss beim Erwachsenen vollzieht sich zumeist langsam und schleichend über Jahre und Jahrzehnte. Hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft bei der Frau oder eine Gewichtszunahme bei beiden Geschlechtern können die Fehlstellung befördern. Eher selten ist die Fehlstellung unfallbedingt. Ein Unfallereignis kann in einigen Fällen aber zu einer Beschleunigung der Fehlstellung führen.

Durch das Ausleiern der Bänder und Sehnen an der Innenseite des Fusses entwickelt sich ein circulus vitiosus („Teufelskreis“), da die wichtige Tbialis posterior Sehne überdehnt wird, gelegentlich sogar einreisst und Ihrer Funktion als wichtigster aktiver Stabilisator und Aufrichter des Längsgewölbes verloren geht.

 

Klinisch lässt sich der erworbene Knick-Plattfuss des Erwachsenen in 4 Schweregrade einteilen:

Stadium 1: Frühstadium, beginnend schmerzhaft, Funktion jedoch noch erhalten.

Stadium 2: Mittleres Stadium, Schmerzen bereits schon ausgeprägt, Funktion teilweise eingeschränkt. Fuss aber noch flexibel.

Stadium 3: Schweres Stadium, Schmerzen zumeist ausgeprägt, Funktion erheblich eingeschränkt. Fuss bereits steif (lässt sich in der klinischen Testung durch den Arzt nicht mehr in die Normalstellung bewegen).

Stadium 4: Maximalstadium wie 3, zusätzlich bereits Arthrose im oberen Sprunggelenk, welches bei den Stadien 1-3 nicht betroffen ist. 

 

Im Stadium 1 sind konservative Behandlungsmassnahmen noch hilfreich und wirkungsvoll. Die Therapie besteht aus Einlagen, welche das Längsgewölbe des Fusses unterstützen und/oder die Muskulatur aktivieren sollen. Ferner sind Übungen aus dem Formenkreis der Spiraldynamik versuchenswert.

Bedauerlicherweise haben die Patientin im Stadium 1 jedoch nur selten starke und langanhaltende Beschwerden  und werden zumeist erst beim Arzt vorstellig, wenn die Fehlstellung bereits weiter fortgeschritten ist.

Die Erfolgsaussichten einer rein konservativen Therapie sind in diesen Fällen bereits schon reduziert, wenngleich betont werden muss, dass ein nicht operativer Therapieversuch immer möglich ist, allerdings dann nicht mehr mit einem heilenden Behandlungsanspruch, sondern nur noch mit dem Ziel einer Beschwerdereduktion (z.B. durch orthopädische Schuhe).

Sobald einmal Stadium 2 erreicht ist, kommt es in den meisten Fällen zu einem Fortschreiten der Fehlstellung und der Beschwerden mit den weiteren Jahren.

Während im Stadium 2 weitgehend gelenkerhaltende und rekonstruierende Operationsverfahren zur Anwendung kommen, sind in den Stadien 3 und 4 versteifende Operationstechniken indiziert.

Diese Zusammenhänge gilt es zu beachten, wenn sich für die Therapie entschieden wird, da es aus chirurgischer Sicht, sinnvoll sein kann, mit einer Operation nicht zuzuwarten, bis der Fuss in ein Stadium 3 übergegangen ist.

Generell ist zu allerdings beachten, dass Operationen beim erworbenen Knick-Plattfuss des Erwachsenen zu den eher aufwändigeren und komplexeren Operationen in der Fuss-Chirurgie zählen. Die Nachbehandlung besteht in jedem Fall in einer mehrwöchigen (8- tlw. 12 Wochen) Ruhigstellung in der Vakoped Orthese und einer obligatorischen Teilbelastung an Gehstöcken. Sollte der Patient dazu nicht in der Lage sein, muss eine Rollstuhlversorgung für die Zeit bis zur Ausheilung erfolgen. Die individuelle Situation (Wohnung mit oder ohne Stiegen, familiäre Versorgung, Versicherungsstatus für Spitex, Kurzzeitpflege beim älteren Patienten) muss beachtet werden, da eine zu führe Belastung des operierten Fusses das Operationsergebnis gefährden würde.

Zu beachten ist, dass es, wie bei jeder Fussoperation zu einer Schwellneigung kommt, welche nur langsam und über mehrere Monate abklingt (1 Monat pro Lebensjahrzent!). Dies führt dazu, dass man zumeist auch nach Abgewöhnung der Vakoped Orthese nicht gleich in seine normalen Alltagsschuhe passt und für die ersten Monate nach der Operation ein Paar übergrosse Ersatzschuhe angeschafft werden muss, in dem zumeist auch eine Einlage getragen werden muss.

Je nach Beruf und Aktivitätsgrad muss mit ca. 4-6 Monaten gerechnet werden, bis die meisten Berufs- und Alltagsaktivitäten wieder aufgenommen werden können. Bis zur Vollständigen Abschwellung und Normalisierung (Endergebnis) dauert es zumeist ca. 1,5 Jahre.

Ziel von Operationen beim fortgeschrittenen Knick-Plattfuss ist allerdings nicht die Wiederherstellung eines „Normalfusses“, sondern lediglich die teilweise Korrektur der Fuss-Fehlstellung, eine signifikante Beschwerdereduktion und eine spürbare und nachhaltige Besserung der Belastbarkeit des Fusses.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen rund um das Thema Knick-Plattfuss haben.

Wir bieten Ihnen das gesamte Spektrum der Stadien gerechten konservativen und operativen Versorgung an. Bei unseren operativen Versorgungen achten wir in besonderem Maß auf die Biomechanik des ganzen Fußes und verwenden modernste Operationstechniken und Implantate.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesamte Nachbehandlung ebenfalls aus einem Guss bei uns in der Praxis erfolgen kann, was für gute postoperative Ergebnisse und Ihre Zufriedenheit als Patient sehr wichtig ist.

 

 

 

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