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Schneiderballen (Bunionette Deformität)

Wie entsteht ein Schneiderballen?

Auch am Mittelfussköpfchen des Kleinzehenstrahls (5. Zehe) kann es durch einen weit seitlich nach aussen überstehenden Knochen zu einem Druckkonflikt in geschlossenen Schuhen kommen mit chronischer Entzündung der Weichteilgewebes und der Haut. Dieses Krankheitsbild ist quasi die kleine Schwester des Hallux valgus (englisch Bunion) und wird daher in Analogie als Bunionette bezeichnet. Die deutschsprachige Bezeichnung Schneiderballen rührt historisch von der Häufigkeit dieser Fusserkrankung beim Beruf des Schneiders her, wo durch den typischen Schneidersitz permanent Druck auf das fünfte Mittelfussköpfchen entstand mit Ausbildung einer schmerzhaften Verdickung der Haut an dieser Stelle.

Heutzutage ist eher falsches (zu enges) Schuhwerk dafür verantworlich, dass Haut und Weichteile inwendig durch den Knochen und von aussen durch den Schuh gequetscht werden. Es bilden sich eine chronische Schleimbeutelentzündung und schmerzhafte Verhornung der Haut. 

Wie auch beim Hallux valgus entsteht auch der Schneiderballen durch eine Verbreiterung des Vorfusses (Spreizfuss), welche sich im Laufe des Lebens bei den meisten Menschen einstellt. Der Fuss wird breiter. Werden Schuhgrösse und Schuhform mit zunehmendem Alter nicht an die veränderte Fussform angepasst, kann es zur Ausbildung eines Schneiderballens (Bunionette) kommen.

Was können Sie dagegen unternehmen?

Leider kann das Problem durch podologische und sonstige konservative Massnahmen (Salben, Injektionen, Physiotherapie) oft nur unzureichend gebessert werden. Linderung oder sogar Heilung kann einzig durch eine konsequente und permanente Anpassung der Schuhgrösse und Schuhform bewirkt werden, wobei nicht selten Kompromisse bezüglich der bevorzugten Schuhmode akzeptiert werden müssen. Fällt das Druckproblem dauerhaft weg, können sich Haut und Weichteilgewebe wieder erholen. Tatsächlich ist es im Einzelfall aber gar nicht so einfach passende Schuhe zu finden.

Wann ist eine Operation nötig?

In Fällen, in denen sich die Beschwerden trotz konservativer Therapie nicht ausreichend bessern, kann eine Operation zur Vorfuss-Verschmälerung angeboten werden. Da der Schneiderballen häufig mit einem Hallux valgus assoziiert ist, genügt es gelegentlich den Fuss durch eine Hallux valgus Operation schmäler zu operieren. Ist der Knochen des fünften Mittelfussköpfchens stark nach aussen gebogen oder schlicht zu breit, wird auch hier eine knöcherne Verschiebeoperation durchgeführt. Das Prinzip gleicht der Hallux valgus Korrektur. Das Mittelfussköpfchen des 5. Strahls wird über einen seitlichen Hautschnitt L-förmig durchgesägt, einige Milimeter in Richtung Grosszehe verschoben und wieder verschraubt (z.B. mit einer sich selbst auflösenden Magnesium Schraube). Selten ist es erforderlich den Knochen an der Basis keilförmig einzusägen und nach innen zu kippen, um somit den Winkel zwischen dem vierten und fünften Mittelfussknochen zu normalisieren. Auch hierbei wird der Knochen durch eine Schraube oder kleine Platte in der neuen Position stabilisiert. 

Mehrheitlich genügt jedoch eine minimalinvasive Knochendurchtrennung, nach welcher das Mittelfussköpfchen von alleine in die richtige Position rutscht und in dieser neuen Position auch ohne die Verwendung von Schrauben verheilen kann. 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Die Nachbehandlung einer isolierten Schneiderballen Operation orientiert sich an der knöchernen Heilung, welche 6 Wochen in Anspruch nimmt. Noch im Operationssal wird unser postoperativer Spezialverband angelegt und für 2 Wochen belassen. Bis zur Knochenheilung muss ein Verbandsschuh mit steifer Sohle (post OP Sandale) getragen werden. Unterarmgehstöcke für die ersten 2-3 Wochen sind zu empfehlen, wobei prinzipiell in der post OP Sandale voll belastet werden darf. Nach 6 Wochen kann dann von der post OP Sandale in einen bequemen Alltagsschuh gewechselt werden.

Zu beachten ist, dass es, wie bei jeder Fussoperation, zu einer Schwellneigung kommen kann, welche zumeist peu à peu erst langsam und über mehrere Monate abklingt (1 Monat pro Lebensjahrzent!). Dies führt dazu, dass man häufig nicht gleich in seine normalen Alltagsschuhe passt und für die ersten Monate nach der Operation ein paar übergrosse Ersatzschuhe angeschafft werden müssen.

Wie lange kann ich nicht arbeiten?

Je nach Beruf und Aktivitätsgrad muss mit ca. 3 Monaten gerechnet werden, bis die meisten Berufs- und Alltagsaktivitäten wieder vollumfänglich aufgenommen werden können. Sitzende Bürotätigkeiten können eventuell schon früher begonnen werden (Arbeitsweg beachten!). Bis zur vollständigen Abschwellung und Normalisierung (Endergebnis) dauert es zumeist 6 Monate.

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