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Eingewachsene Zehennägel (unguis incarnatus)

Einleitung

Vom Kleinkindalter an sind wir es gewohnt unsere Füsse in Schuhe zu zwängen. Durch diese Gewöhnung werden Druckprobleme in geschlossenen Schuhen vom Gehirn häufig ausgeblendet.

Es entstehen Druckstellen, Hornschwielen oder Entzündungen des Nagelbetts, welche teilweise erst ab einem fortgeschrittenem Stadium bemerkt werden. Durch Druck von aussen gegen die Haut des Nagelwalls kann der seitliche Nagelrand die Haut beim Wachstum einreissen und einschneiden. Bakterien haben dann leichtes Spiel und es bildet sich eine chronische Entzündung in verschiedenen Schweregraden. Zumeist ist der Grosszehennagel betroffen, selten der Kleinzehennagel der fünften Zehe.

Was können Sie dagegen unternehmen?

Bildet sich erstmalig eine Nagelbettentzündung durch einen eingewachsenen Zehennagel aus, gilt es folgende Punkte zu beachten:

- liegt eine ausgeprägte eitrige Entzündung vor? Dann müssen Sie den Fuss Ihrem Hausarzt oder einem Spezialisten vorstellen, welcher entscheiden wird ob bereits eine antibiotische Therapie oder sogar eine Operation erforderlich ist.

- Ist die Entzündung hingegen noch mild, ist es wichtig jedweden Druck im Schuh zu vermeiden und die Entzündung durch Ausduschen und mild desinfizierende Fussbäder (z.B. mit Kamilleextrakt) zur Beruhigung zu bringen. Vorsicht ist bei der Verwendung desinfizierender Salben oder Cremes (z.B. jodhaltig) geboten, da diese gelegentlich eine entzündliche Überwucherung der Nagelwallhaut verursachen, was die Problematik verstärkt. Wichtig ist den Nagel nachwachsen zu lassen, damit der seitliche Nagelrand wieder die Haut des Nagelwalls überragt. Podologisch kann der Nagelrand leicht angehoben werden durch Unterlage von Watte und der Nagel kann beim Nachwachsen durch eine Nagelspange geschient werden. Auch lohnt es sich die eigene Nagelpflegetechnik zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

 

Wie entsteht ein eingewachsener Zehennagel?

Es werden verschiedene Ursachen für diese sehr häufige Erkrankung verantwortlich gemacht:

- zu enge Schuhe, welche die Grosszehe gegen die zweite Zehe drücken und den Nagelwall regelrecht gegen die Nagelkante quetschen

- anlagebedingte Fehlstellungen der Grosszehe (z.B. Hallux valgus interphalangeus) oder der benachbarten 2. Zehe (überlange 2. Zehe, Hammerzehe), welche einen derartigen Druckkonflikt befördern.

- Falsche Nagelpflege: Wird der Nagel an den Ecken zu kurz oder scharfkantig abgeschnitten (z.B. aus Sorge eines zu raschen Sockenverschleisses) beginnt sich die scharfe Nagelkante an der Innen- oder Aussenseite in den Nagelwallhaut zu schieben und die Haut einzuschneiden.

- Anlagebedingtes Missverhältnis eines sehr breiten Grosszehennagels bei relativ zu schmalem Nagelbett

- Nagelverdickungen durch Pilzbefall oder alters- oder unfallbedingte Nagelschädigungen begünstigen die Entstehung einer Nagelwallentzündung.

Meistens liegt eine Kombinationen aus verschiedenen Gründen vor.

 

Wann muss operiert werden?

Kommt es trotz der obigen Massnahmen zu wiederkehrenden Nagelbettentzündungen durch Einwachsen des Zehennagels, können verschiedene operative Techniken durchgeführt werden.

Hierbei wir Ihr behandelnder Chirurg untersuchen, weshalb Sie diese Erkrankung entwickelt haben und die in Ihrem individuellen Fall geeignete Technik vorschlagen.

 

Wie wird operiert?

Kocher-Keilexzision:

Häufig liegt als Teilursache ein Missverhältnis zwischen Nagelbreite und Nagelbett vor (Nagel zu breit), so dass der Nagel am betroffenen Rand wenige Millimeter dauerhaft verschmälert werden muss. Bei dieser Operation wird in lokaler Betäubung ein kleines Stück des seitlichen Nagelrandes längs mitsamt der zugehörigen Nagelwurzel entfernt. Zumeist wird hierbei auch ein Teil der verdickten und vernarbten Nagelwallhaut mit entfernt. Dies stellt die mit Abstand am häufigsten verwendete Operationstechnik dar. Allerdings verändert sich hierdurch die Form des Grosszehennagels dauerhaft, was teilweise als kosmetisch störend empfunden wird.

Nagelwallresektion nach Vandeboss und Bowers:

Liegt die Ursache eher in einer überwuchernden Nagelwallhaut, wobei der Grosszehennagel selber gar nicht zu gross ist, besteht alternativ die Möglichkeit, nur die Nagelwallhaut zu verschmälern, was kosmetisch vorteilhaft ist, jedoch meistens mit einer längeren Wundheilungszeit vergesellschaftet ist, da das Nachwachsen der entfernten Haut durch sekundäre Wundheilung abgewartet werden muss.

Nagelwallplastik:

Selten kann auch eine einfache Plastik der Nagelwallhaut durchgeführt werden durch Entfernung überschüssiger Haut und direktem Wundverschluss mit Naht.

Korrekturosteotomien:

In Einzelfällen sollte vor allem bei Rezidiven auch eine Fehlstellung der Grosszehe oder der benachbarten 2. Zehe mit korrigiert werden, z.B. durch eine Korrektur einer Hammerzehe oder eines Hallux valgus interphalangeus. Diese Zusatzeingriffe führen wir in den meisten Fällen minimalinvasiv durch.

Sämtliche Operationen werden ambulant durchgeführt.

 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Durch die Operation entsteht immer eine mehr oder weniger grosse Wundfläche, welche über mehrere Wochen abheilen muss. Die ersten Tage nach der Operation muss der operierte Fuss hochgelagert werden und es müssen Schmerzmedikamente eingenommen werden.

Zum Gehen muss ein Verbandsschuh getragen werden. Zumeist sind die Wunden nach 2-4 Wochen stabil verheilt, so dass wieder in geschlossene Alltagsschuhe gewechselt werden kann.

Mussten zusätzlich knöcherne Korrekturosteotomien durchgeführt werden dauert sich Heilungsphase länger. Die Nachbehandlung erfolgt ebenfalls im Verbandsschuh. Zur Unterstützung werden Unterarmgehstützen abgegeben. Nach 4-6 Wochen kann allmählich von der post OP Sandale in einen bequemen Alltagsschuh gewechselt werden.

Je nach Beruf und Aktivitätsgrad muss mit ca. 1-2 Monaten gerechnet werden, bis die meisten Berufs- und Alltagsaktivitäten wieder vollumfänglich aufgenommen werden können.

 

Wie lange falle ich in der Arbeit aus?

Sollten Sie einen körperlich belastenden oder stehenden Berufs ausüben, rechnen Sie grosszügig 4-6 Wochen ein (bei knöchernen Korrekturosteomien auch mehr) bis Sie wieder ohne Einschränkungen Ihrer Arbeit nachgehen können. Bürotätigkeiten sind grundsätzlich nach ein bis zwei Wochen wieder teilweise möglich. Der Weg zur Arbeit kann hierbei einen weiteren limitierenden Faktor darstellen.

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