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Sehnenrisse

Einleitung

Bei Sportlerinnen und Sportlern kann es durch Überlastung oder Unfälle zu Sehnenrissen kommen. Häufig gehen schleichende Degenarationsprozesse dem akuten Sehnenriss voraus, obwohl diese Verschleisserscheinungen an den betroffenen Sehnen häufig bis zum Unfallereigniss klinisch stumm verlaufen und von Ihnen als Sportlerin/Sportler bis zum Sehnenriss gänzlich unbemerkt bleiben können. Vollständig gesunde Sehnen reissen kaum, höchstens bei maximaler Überlastung. Ein Bagatellunfall oder ein rascher Antritt genügt nicht, um eine gesunde Sehne zum Reissen zu bringen. Gelegentlich können auch jüngere Menschen von knöchernen Sehnenabrissen betroffen sein (siehe hierzu Apophysitiden im Kinder und Jugendalter). 

Wie kann eine Sehne reissen?

Sehnengewebe ist relativ träge was Regeneration und Heilung kleinster Mikroverletzungen angeht. So kommt es, dass sich durch sportliche Be- und Überlastung entwickelnde stumme Sehnenverletzungen aufsummieren können. Rund um mikroskopisch kleine Sehnenverletzungen baut der Körper einfach neues Sehnengewebe an (Zwiebelschalenprinzip) ohne den Sehnenschaden vollständig zu regenerieren. Ab dem 35. Lebensjahr nehmen zusätzlich körperliche Regenerationsprozesse allmählich ab und Sehnen können bezüglich der Gewebequalität schlechter werden. Liegt ein Vorschaden vor, welcher häufig gar nicht bemerkt wird, sich aber gelegentlich in Sehnenschmerzen (Achillessehne, Patellasehne, Schultersehnen,..) äussert, kann es durch Über- und Fehlbelastung zu einem plötzlichen Riss der Sehne kommen.

Welche Sehnen sind häufig betroffen?

Am häufigsten betroffen sind die Sehnen der Schulter (sogenannte Rotatorenmanschette), die Bizepssehne am Ellenbogen, die Sehnen des langen Oberschenkelstreckers (Quadriceps) im Hüftbereich und Kniebereich, die Oberschenkelbeugesehnen im Hüftbereich, die Patellasehne, die Achillessehne und die Tibialis anterior (Fussheber) und posterior (Fussbeuger) Sehne am Sprunggelenk.

Wie äussert sich eine Sehnenriss?

Einen Sehnenriss bemerken Sie als Patientin/Patient praktisch immer. Bei der Belastung macht es einen Knall, es schnalzt oder ploppt, Sie verspüren Schmerzen und die Kraft lässt unweigerlich schlagartig nach. Sind Sehnen an den unteren Extremitäten betroffen kann es passieren, dass Sie auf einen Rettungsdienst angewiesen sind, um in die Arztpraxis oder ins Spital zu kommen und nicht mehr selber weiterlaufen können.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zumeist kann der Arzt eine Delle oder das Fehlen der ansonsten kräftigen Sehnenstruktur an der betroffenen anatomischen Region tasten. Funktionstests bestätigen die Diagnose. Ultraschall und MRT können den Sehnenabriss exakt darstellen. Ein Röntgenbild hilft knöcherne Abrisse des Sehnenursprungs auszuschliessen.

Wie wird behandelt?

Vollständige Sehnenabrisse erfordern zumeist eine operative Therapie, bei welcher die gerissene Sehne wieder zusammengenäht wird und teilweise mit Fadenankern an den Knochen refixiert wird. Die Sehnenheilung dauert immer mehrere Monate. In dieser Zeit ist die genähte Sehne vor Überlastung zu schützen. An den oberen Extremitäten kommen Schienen und Orthesen bei der Nachbehandlung zum Einsatz, an der unteren Extremitäten ist zusätzlich zu Schienen und Orthesen auch eine vorübergehene Teilbelastung an Gehstöcken erforderlich. 

Sehnen, die nur teilweise eingerissen sind, können unter Umständen konservativ behandelt werden.

Nicht selten verbleibt nach Sehnenverletzungen (sowohl nach konservativer, als auch operativer Behandlung) ein gewisses Kraft- und Funktionsdefizit bestehen. Durch eine optimale Behandlung beim Spezialisten können diese Defizite reduziert werden. Eine vollständige Wiederherstellung der Sehnen-/Muskelfunktion kann jedoch in keinem Fall garantiert werden.

Was können Sie vorbeugend unternehmen?

Wichtig ist ein regelmässiges gutes warm up vor dem Sport, eine saubere Technik in allen Sportarten und allgemein ein richtiges Training. Im mittleren Lebensabschnitt steigt das Rupturrisiko von Sehnengewebe, weshalb Trainingsintensität und Intervalle sinnvoll und langsam gesteigert werden sollten. Besonders nach längeren, vor allem mehrjährigen Trainingspausen, benötigt der Körper viel  Zeit, um sich an eine gesteigerte Trainingsbelastung zu gewöhnen als im Jugendalter. Bei Laufsportarten ist gutes und richtiges Schuhwerk unerlässlich und eine professionelle Laufanalyse (idealerweise Video-dokumentiert) kann eine falsche Lauftechnik oder ungeeignetes Schuhwerk aufzeigen. Bei Plattfüssen oder Hohlfüssen sind Einlagen sinnvoll. Gelenkinstabilitäten sollten durch ein propriozeptives Training verbessert werden. Taping und Bandagen können sinnvoll sein.

Eine ausgewogene Ernährung ist generell zu empfehlen, ohne dass eindeutige Zusammenhänge zwischen Ernährungsfehlern und Sehnenrissen im Sport belegt sind. 

Ganz wesentlich ist, dass Sie als Sportlerin und Sportler gut auf die Signale Ihres Körpers hören und ein Stechen und Zwicken in einer Sehne Ernst nehmen und nicht ignororieren. Derartige Symptome sind oft Vorboten einer schleichenden Sehnendegeneration, die zumeist einem Riss vorausgeht. 

Gerne beraten wir Sie bei Sehnenbeschwerden in unserer sportmedizinischen Sprechstunde in der Klinik Impuls.

 

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