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Information Operationen Fuss und Sprunggelenk

Wichtige Informationen für unsere Patienten

 

Einleitung

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

 

Sie haben sich nach ausführlicher Beratung und Überlegung für eine Operation entschieden.

Nicht immer gelingt es, durch nichtoperative Massnahmen schmerzhafte Fehlstellungen oder Unfallfolgen an Fuss und Sprunggelenk ausreichend zu behandeln. Bedauerlicherweise sind kleine und grosse Deformierungen am Fuss nicht mehr reversibel und können durch Physiotherapie und andere konservative Therapiemassnahmen teilweise nicht ausreichend gebessert werden. Einlagen, Schienen und Bandagen stellen häufig wirksame Therapieformen zur Linderung Ihrer Beschwerden dar, versagen aber in einigen Fällen.

Besonderheiten von Operationen an Fuss und Sprunggelenk

Unsere Füsse sind ähnlich wie unsere Hände eine besondere Konstruktion der Natur. Kleine Knöchelchen sind in ihrer bogenartigen Anordnung mit Gelenken, Bändern, Muskeln und Sehnen miteinander verbunden und fähig, beim Stehen, Gehen und Laufen das Mehrfache unseres Körpergewichts zu tragen. Die Kräfte, die auf den Fuss und das Sprunggelenk einwirken, sind enorm. Entwicklungsgeschichtlich kam der Beweglichkeit zwischen den kleinen Gelenken am Fuss beim Bäume hochkletternden Menschenaffen oder beim barfuss laufenden Uhrzeitmenschen im Vergleich zum heutigen modernen Menschen eine grössere Bedeutung bei.

Bei Operationen müssen häufig Knochen durchtrennt, verschoben und wieder fixiert (z.B. mit Schrauben, Platten oder Klammern), defekte Gelenke versteift und Sehnen umgelenkt werden. Mit speziellen Instrumenten und Implantaten gelingt es sehr gut, die operierten Strukturen stabil zu versorgen.

Dennoch bedeuten Operationen an Sprunggelenk und Fuss zumeist, dass eine mehrwöchige Ruhigstellungszeit in einem modernen Gipsersatz (z.B. Hallux Schuh, Vacoped, Vacopedes) erforderlich wird und teilweise der operierte Fuss für mehrere Wochen entlastet werden muss, um die operierten Strukturen bis zur Ausheilung vor Überlastung zu schützen.

Dieser Umstand muss Ihnen als Patientin/Patient vor einer Operation klar sein, da somit Dinge, die für Sie selbstverständlich sind, nach einer Operation für einige Wochen unmöglich werden können, z.B.:

-      Autofahren

-      Zu Fuss laufen zu Bus und Bahn

-      Einkaufen

-      Haushalt führen

-      Kochen

-      Treppen steigen (erschwert mit Gehstöcken)

 

Entsprechend wichtig ist es, sich im Vorfeld einer Operation zu organisieren und Hilfe von Freunden, Verwandten und Bekannten anzufragen. Auch kann es nötig werden, die eigene Wohnung vorübergehend umzugestalten, z.B. wenn das Schlafzimmer nur durch eine enge Treppe (Bsp. Wendeltreppe) erreichbar ist.

 

Erfolgsaussichten

Wie in der gesamten Orthopädie und Unfallchirurgie gibt es auch an Fuss und Sprunggelenk kleinere und grössere, einfachere und schwierigere Operationen, Krankheitsbilder, die sich operativ sehr gut behandeln lassen und Krankheitsbilder, bei denen durch eine Operation lediglich eine Besserung der Beschwerden, aber keine vollständige Heilung zu erwarten ist.

Als gutes und sehr gutes Ergebnis wird im Allgemeinen bezeichnet, wenn Sie als Patientin/Patient ein Jahr nach der Operation zufrieden sind, sich die Operation wieder machen lassen würden und/oder die Operation weiterempfehlen würden.

In den meisten Fällen dürfen Sie ein derartiges Ergebnis erwarten. Wichtig ist hierbei jedoch, dass Sie im Vorfeld durch eine ausführliche Besprechung mit Ihrem Operateur klare Vorstellungen von den realistischen Erfolgsaussichten gewonnen haben. Überzogene Erwartungen können zu Enttäuschungen führen, denn nicht immer gelingt es, eine über Jahre und Jahrzehnte entstandene Fussdeformität oder eine Unfallfolge durch eine Operation in einen ähnlich beschwerdefreien Zustand zurückzuführen, als der Fuss noch ganz gesund war. 

 

Risiken und Komplikationen

Durch unsere langjährige Erfahrung und den Einsatz moderner und schonender Operationsverfahren versuchen wir, das Risiko generell und die Anzahl an Komplikationen, die vereinzelt auftreten können, so gering wie möglich zu halten. Operationen mit hohen Komplikationsraten kommen überhaupt nicht zum Einsatz.

In über 90% der Fälle dürfen Sie einen komplikationsfreien Verlauf erwarten. In 10% der Fälle kommt es zu Ergebnissen, die sich häufiger vorübergehend, selten nachhaltig auf die postoperative Genesung auswirken. Bei diesen 10 % handelt es sich meistens um eher harmlose Zwischenfälle, ernsthaftere Komplikationen treten mit einer noch deutlich geringeren Gesamtwahrscheinlichkeit auf.

Nicht jeder Mensch heilt gleich gut, das ist bekannt. Wir alle haben auf unserer Haut eine Vielzahl von Bakterien, die nicht in den Körper eindringen und dort Schaden anrichten können, weil sie durch die Hautbarriere vom Eintritt abgehalten werden. Bei jeder Operation muss die Haut irgendwo mit einem kleinen oder grösseren Schnitt eröffnet werden. Damit die Bakterien wenig Chancen bekommen, sich auszubreiten, wird Ihre Haut im Bereich des Operationsgebietes ausgiebig desinfiziert. Zudem erhalten Sie vor der Operation eine einmalige hochdosierte Antibiotikagabe vom Narkosearzt, um die Bakterien, die die Desinfektion überlebt haben und sich in die Wunde verirrt haben, effizient abzutöten. Den Rest erledigt Ihr Immunsystem.

Dennoch gibt es hin und wieder mal Infekte, welche sich sehr oft durch einfache Massnahmen (spezielle Verbände, Antibiotika Tabletten) bekämpfen lassen, gelegentlich aber nachfolgende Operationen benötigen, damit die Wunde und die tieferen Gewebeschichten auch mechanisch von den Erregern gesäubert werden können. In solchen Fällen ist ein Spital Aufenthalt unverzichtbar, da zusätzlich ein starkes Antibiotikum über die Vene verabreicht werden muss, häufig sogar über 2 Wochen.

Weitere Komplikationen, die vorkommen können und über deren Risiko Sie Bescheid wissen sollten, sind:

-      Verletzungen von Nerven am Fuss (zumeist nur harmlose Hautnerven)

-      Verletzungen an Blutgefässen, Nachblutungen, Hämatome

-      Verzögerte oder ausbleibende Knochenheilung

-      Störende Schrauben und Platten sowie Überstand von Schrauben und Platten

-      Morbus Sudeck (CRPS)

 

Teilweise kann es erforderlich werden, dass nachoperiert werden muss, um die Situation zu korrigieren. Insgesamt sind derartige Komplikationen jedoch glücklicherweise die absolute Ausnahme. Sie müssen aber akzeptieren, dass diese auftreten können.

 

Vor der Operation

Nachdem zusammen mit dem Arzt die Entscheidung zur Operation gefällt worden ist, wird mit Ihnen in einem Gespräch mit der Praxisassistentin der weitere Ablauf auf dem Weg zur Operation besprochen. Hierbei erfahren Sie, ob Sie im Vorfeld der Operation noch zum Hausarzt für einen Checkup müssen (nicht immer erforderlich), ob es einen Besprechungstermin beim Narkosearzt vor der Operation braucht, ob bei der Einnahme Ihrer Medikamente etwas zu beachten ist, ab wann Sie vor der Operation nicht mehr essen und trinken dürfen und wie Sie erfahren, zu welcher Uhrzeit, Sie am Tag der Operation im Operationszentrum (OPZW bei ambulanten Operationen/GZO bei stationären Eingriffen) erscheinen sollen.

Falls sie im Besitz von eigenen Gehstöcken sind, bringen Sie diese bei ihrem Eintritt bitte mit. Auch sollte Nagellack an den Zehen aus hygienischen Gründen entfernt werden.

 

Ablauf der Operation im OPZW

Sie werden nach ihrem Eintreffen im OPZW von unserer Sekretärin empfangen und vom Pflegepersonal für den Eingriff vorbereitet.

Der Narkosearzt wird mit Ihnen in einem kurzen Gespräch Vorerkrankungen und den Ablauf der Narkose besprechen und die Narkose bei Bedarf anpassen.

 

Nach der Operation im OPZW

Bereits nach kurzer Zeit werden Sie nach der Narkose bereits schon wieder klar im Kopf sein und einen ersten Kaffee oder ein anderes Getränk serviert bekommen. Je nach Eingriff dauert die Überwachungszeit nach der Operation ca. 2 Stunden. Während dieser Zeit werden Sie vom Operateur darüber informiert, wie alles verlaufen ist, wie Sie mit dem Wundverband umgehen müssen, wann Kontrollen geplant sind, wie die Nachbehandlung aussieht und wie Sie sich zu verhalten haben, falls es z.B. stark in den Verband nachbluten sollte (kleinere Nachblutungen in die Verbandskompressen sind normal). Zudem wird Ihnen die postoperative Schmerzmedikation erläutert werden. Zumeist können Sie sich anschliessend von Ihren Angehörigen abholen lassen, um nach Hause zurückzukehren. Beachten Sie, dass Sie am Operationstag und für die nächsten Tage nach der Operation Hilfe und Unterstützung zu Hause haben.

 

Thromboseprophylaxe

Das Risiko für die Entwicklung einer Thrombose im Bein (Blutgerinnsel in den Venen) ist nach Fussoperationen nur leicht erhöht. Operationen am Sprunggelenk oder Fuss, welche eine Ruhigstellung im Vacoped und eine Teilbelastung für mehrere Wochen erfordern, sollten dennoch in jedem Fall mit einer medikamentösen Thromboseprophylaxe abgeschirmt werden.

Bei Operationen am Vorfuss erfolgt die Entscheidung für eine Thromboseprophylaxe anhand Ihres individuellen Risikos.

Routinemässig verschreiben wir Thromboseschutztabletten (Xarelto 10 mg). Wie lange und wie Sie diese einnehmen müssen, erfahren Sie von uns.

 

Was Sie selbst beitragen können?

Wichtig ist es, den operierten Fuss die ersten 24 Stunden nach der Operation konsequent hochzulagern, um die Schwellung zu reduzieren und Nachblutungen zu vermeiden. Am Tag der Operation sollten Sie nicht länger als 5 Minuten stehen, die anschliessenden ersten 5 Tage nicht länger als 10 und die ersten 2 Wochen nicht länger als 20 Minuten. Nachdem Sie gestanden sind, sollten Sie das operierte Bein eine ganze Stunde lang hochlagern. Wichtig ist es, zur Thromboseprophylaxe und gegen die Schwellung, den Oberschenkelmuskel immer wieder 15 Sekunden am Stück kräftig anzuspannen und dabei sogar zu versuchen, das gestreckte Bein anzuheben. Je nach Verband und Operation dürfen Sie auch im Sprunggelenk und den Zehen bewegen und sollten die Wade durchkneten, um den Venen- und Lymphabfluss zu stimulieren.

Besonders Raucher sollten möglichst nach der Operation für 6 Wochen auf das Rauchen ganz verzichten oder zumindest den Zigarettenkonsum auf ein Minimum beschränken, da jede Zigarette die für die Gewebeheilung wichtige Durchblutung für 6 Stunden erheblich verschlechtert.

Achten Sie ebenfalls auf eine vitamin- und eiweissreiche Ernährung, sowie wenig Zucker. Das unterstützt die Wundheilung positiv.

Geizen Sie die ersten 72 Stunden nach der Operation nicht mit Schmerzmitteln und nehmen Sie die verordneten Schmerzmedikamente ein, ausser es treten Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen (Übelkeit, Schwindel, Magenschmerzen) ein.

Halten Sie den Verband sauber und vermeiden Sie strikt jede unsterile Berührung der Operationswunden.

Dass es in der Operationswunde arbeitet und Sie die Wunde spüren, ist normal. Auch ist es normal, dass Sie mehr Schmerzen verspüren werden, wenn der Fuss eine zeitlang hinunter gehangen ist beim Sitzen oder Sie gestanden sind.

Grundsätzlich sollten die Schmerzen nach ein paar Tagen weniger werden und nach 2 Wochen deutlich nachlassen.

Eine Wunde, die nach ein paar Tagen anfängt weh zu tun, zu pochen und zu klopfen, sich auf Druck (bitte nur auf das Pflaster drücken, nicht mit den Fingern direkt auf die Haut langen) stark schmerzhaft anfühlt, ist immer ein Warnzeichen für einen beginnenden Infekt. In dem Fall sollten Sie unverzüglich Ihren Hausarzt aufsuchen und uns in der Praxis verständigen, am Wochenende den hausärztlichen Notfall im Spital aufsuchen.

 

Kontrollen

Im Normalfall erfolgt eine erste Wundkontrolle nach 4 bis 7 Tagen bei Ihrem Hausarzt. Häufig kommt bei Operationen am Vorfuss (Hallux und Hammerzehen) ein Spezialverband zur Anwendung, welcher 2 Wochen am Stück ohne Verbandwechsel belassen wird. Dieser Verband wird nach 2 Wochen durch uns in der Klinik Impuls abgenommen. Zumeist ist in dem Fall keine Fadenentfernung nötig, da ein sich selbstauflösender Hautfaden verwendet wurde. Ansonsten werden Fäden in der Regel nach ca. 2 Wochen beim Hausarzt entfernt. Eine Kontrolle beim Operateur mit einem ersten Röntgenbild erfolgt nach 6 Wochen, gelegentlich werden Folgekontrollen nach 3 Monaten, 6 und 12 Monaten geplant. Dies wird im Einzelfall mit Ihnen besprochen.

 

Arbeitsunfähigkeit

Bei fast allen Operationen an Fuss- und Sprunggelenk empfiehlt sich mindestens eine 14-tätige Auszeit, um das operierte Bein ausreichend hochlagern zu können. Entsprechend sollten sich auch nicht berufstätige Patienten mit Kindern entsprechend im Familienkreis organisieren. Wurde nur an Weichteilen (z.B. Morton Neurom) operiert ist die Wunde prinzipiell nach 2 Wochen verheilt und es darf zügig zu Alltagsbelastungen übergegangen werden. Ist am Knochen operiert worden, resultiert eine 6-wöchige Heilungs- und Ruhigstellungsphase in einem Gipsersatz (z.B. Hallux Schuh, Vacoped, Vacopedes) und eine anschliessende mehrwöchige Aufbelastungsphase, in der Sie mit Hilfe von Physiotherapie allmählich wiedererlernen, richtig über den Fuss abzurollen. Diese Phase zieht sich meistens bis zur 12. bis 14. postoperativen Woche, bis der Fuss wieder weitgehend belastbar ist. Da es bis zum vollständigen Abklingen der Schwellung noch deutlich länger dauert (bis zu einem Jahr nach der Operation), ist es normal, dass der Fuss auch nach 14 Wochen bei langem Stehen, Laufen und Gehen sowie im Sport gelegentlich schmerzen kann. Dies ist normal, kann jedoch für Menschen bei stehenden und körperlich belastenden Berufen Einschränkungen mit sich bringen, wobei Schmerzen, sofern erträglich, nicht automatisch eine fortzuführende Arbeitsunfähigkeit bedeuten.

Gelegentlich stellt der Weg zum Arbeitsplatz ein Problem dar, so dass sich die Arbeitsunfähigkeit verlängern kann. Klären Sie die Möglichkeiten eines „home office“ mit Ihrem Arbeitgeber ab.

Folgende Richtwerte für die Arbeitsunfähigkeit (AUF) nach der Operation gelten:

 

Rein sitzende Bürotätigkeiten:

100%     AUF für 2-4 Wochen

50%       AUF ab Woche 4-6

0%          AUF ab Woche 6-8

 

Vorwiegend sitzende Tätigkeiten, Bürotätigkeiten mit Aussendienst

100%     AUF für 4-6 Wochen

50%       AUF ab Woche 6-8

0%          AUF ab Woche 8-10

 

Autofahren

 Autofahren dürfen Sie nur, wenn Sie vollständig fahrtauglich sind und in der Lage, Ihr Fahrzeug auch in Gefahrensituationen sicher zu beherrschen. Wie lange Sie nach einer Operation nicht Autofahren dürfen, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Bei einem Schaltgetriebe dürfen Sie mehrere Wochen nicht selbst Autofahren, mindestens so lange, bis Sie wieder schmerzfrei und mit voller Kraft Gas-, Bremspedal und Kupplung betätigen können. Bei Operationen am linken Bein darf ein Auto mit Automatikgetriebe früher gelenkt werden. Beachten Sie aber, dass Sie durch Schmerzen von Ihrer Aufmerksamkeit beim Fahren abgelenkt werden können. Ebenso sollten Sie unter Einfluss von Schmerzmedikamenten nicht aktiv am Strassenverkehr teilnehmen.

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